Kommentar: Käfighaltung für Chaoten

Dirk Pille über Schlägereien auf Fußballplätzen.

Dirk Pille.

Dirk Pille.

Foto: Andreas Wetzel

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Fußball könnte so schön sein. Die Spieler haben im besten Fall einen sehr guten Tag, die Fans feuern ihr Team lautstark an. Dass da auch mal Emotionen überkochen, gehört zum Sport.

Doch aktuell bleibt es in Thüringen nicht bei verbalen Zweikämpfen. Da fliegen gleich die Fäuste wie in Bad Frankenhausen beim Derby gegen Sondershausen oder jetzt im Pokal bei Ohrdruf gegen Kahla und Altengottern gegen Nordhausen.

Eine bedenkliche Entwicklung, die auch in anderen Bereichen unseres Lebens kaum noch zu bremsen scheint. Die kleinen Vereine und die Polizei sind sichtbar überfordert, wenn Flaschen geworfen werden oder Männer einfach über die Bande stürmen. Einfache Fußballplätze sind nicht zu sichern.

Was tun? Vielleicht hilft ja bei einigen Anhängern erst einmal der Appell an etwas gesunden Menschenverstand, sich so zu benehmen, dass niemand rot vor Scham wird. Das betrifft übrigens nicht nur Ultras, sondern auch den sonst so lieben Vati aus der Nachbarschaft, dem beim Fußball immer öfter die Sicherungen rausfliegen.

Dazu kommen harte Strafen. Wer sich derb daneben benimmt, hat für ein paar Monate nichts auf dem Fußballplatz zu suchen. Hausverbot. Das schmerzt zumindest die, denen Fußball noch etwas bedeutet.

In den größeren Stadien werden die „organisierten“ Fans mit Gittern vom möglichen Sprung auf das Spielfeld ferngehalten. Das tut jedem Fußballfreund weh – diese Käfighaltung für Chaoten. Warum man nicht wie in England höflich auf seinem Platz ein bisschen rumschreien kann, bleibt mir ein Rätsel.

So macht der Fußball jedenfalls keinen Spaß mehr.

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