Kommentar: Misere hat viele Gründe

Marco Alles findet das Erfurter Festhalten am Trainer richtig.

Ein Punkt aus fünf Partien, nur ein Tor aus dem Spiel heraus, Absturz auf den letzten Tabellenplatz: Dass der Trainer beim FC Rot-Weiß offenbar weiter in Ruhe arbeiten darf, ist keine Selbstverständlichkeit.

Stefan Emmerling hat dies schon anders erlebt. 2009 wurde er beim Zweitligisten Ahlen entlassen, nachdem seine Mannschaft aus den ersten sechs Begegnungen lediglich einen Zähler geholt hatte.

Das Bekenntnis zu dem 46-Jährigen ist nachvollziehbar. Abgesehen von dem emotionslosen Auftritt in Halle präsentierten sich die Erfurter bisher weder desolat noch gleichgültig. Kampfgeist ist zu erkennen, Selbstkritik zu vernehmen.

Die aktuelle Misere hat mehrere Gründe. Die Formsuche gestandener Akteure, die Probleme der Neuzugänge, die Defizite bei gegnerischen Standards und die eigene Schwäche beim Torabschluss sind alarmierende Faktoren. Hinzu kommt eine allgemeine Verunsicherung.

Gerade weil die Situation für den Tabellenfünften der letzten beiden Spielzeiten so unvermittelt kommt, ist sie so gefährlich. Nicht selten erlebten in der Vergangenheit jene Mannschaften ein böses Erwachen, die sich spielerisch zu Höherem berufen fühlten. Jena gilt als warnendes Beispiel. Je eher die Erfurter Spieler begreifen, dass sie im Abstiegskampf angelangt sind, desto größer ist die Chance, dass sie diesen bestehen.

Auch das muss Emmerling nun schnellstens vermitteln.

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