Kommentar: Wenn man noch nie im Wald war

Nordhausen. Silvana Tismer über eine Sache, die nicht mehr alltäglich ist: Es soll Kinder geben, hat der stellvertretende Bleicheröder Forstamtsleiter Knut Apel beobachtet, die bis zu den Waldjugendspielen noch nie im Wald waren.

Noch nie das Rauschen der Buchenzweige gehört, nie dem Knacksen kleiner Tiere im Unterholz gelauscht, den unverwechselbaren Geruch des Waldbodens in der Nase hatten. Für ihn und seine Forstamtsmitarbeiter ist das eine traurige Erkenntnis.

Und auch Mitarbeiter der Stiftung Deutscher Wald schütteln den Kopf. Heute muss doch alles steril sein, meinte einer. Und dann wundere man sich, warum schon Kinder an Allergien leiden, weil der Körper gewisse Abwehrkräfte nicht entwickelt. Pauschalisieren wolle man weiß Gott nicht.

Was man will, ist, bei den Waldjugendspielen die Liebe zur Natur zu wecken. Darum heißt es "Waldjugendspiele" und nicht "Waldjugendtest". Jedes Jahr betreue man um die 350 Kinder. Wenn nur fünf von ihnen ihre Eltern bitten, mit ihnen einen Waldspaziergang zu unternehmen, dann sei das ein großartiger Erfolg. Ja. Denn nur so kann man die Naturschützer von Morgen großziehen.

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