Leitartikel: Die Reißleine gezogen

Kai Mudra über erneut neue Polizeiuniformen.

Ein erfahrener Anbieter soll künftig die Dienstkleidung für die Thüringer Polizei liefern. Das Logistikzentrum Niedersachsen (LZN) in Hannoversch Münden wird ab übernächstem Jahr auch die Ausstattung der rund 5500 Thüringer Polizisten übernehmen.

Das jedenfalls ist der Plan des Innenministeriums als Rektion auf Lieferengpässe und Qualitätsprobleme bei der Uniformbeschaffung für die Einsatzkräfte. Ganz nebenbei müsste sich nicht mehr die Landespolizei selber darum kümmern, dass jede Beamtin und jeder Beamte eine passende Uniform mit all dem trägt, was im Freistaat dazugehört.

Das dürfte das Ende des Bekleidungshauses der Thüringer Polizei bedeuten. Bisher wurde hier für die Beamten ihr Konto geführt, auf das der Arbeitgeber jährlich 246 Euro Zuschuss für die Uniform eingezahlt hat. Per Mausklick konnten sich dann die Polizisten neue Uniformteile im Intranet der Polizei bestellen. Weil sich aber die Probleme beim Nachliefern bestimmter Kleidungstücke häuften, zog das Ministerium nun die Reißleine und begab sich auf die Suche nach einem neuen Ausrüster und Lieferanten.

In Niedersachsen wurden die Verantwortlichen offenbar fündig. Immerhin beliefert das nun auserkorene Logistikzentrum bereits die Polizei in den fünf nördlichen Bundesländern.

Dass sich mit der Umstellung erneut Teile der Polizeiuniform in den kommenden Jahren ändern werden, ist sicherlich das kleinere Übel, gemessen an der Gefahr, dass wichtige Ausrüstungen ganz fehlen könnten.

Zudem scheint die künftige eckige Mütze den Geschmack besonders der jungen Beamten deutlich besser zu treffen.

Thüringer Polizeiuniform wird amerikanischer