Leitartikel: Eine Frage der Konsequenz

Elena Rauch über Forderungen für das neue Kita-Gesetz.

Kita-Jahre sind wichtige Entwicklungsjahre für ein Kind. Eine Binsenwahrheit, keine Frage. Auch dass Kita-Jahre für manches Kind eine Chance sind, wenn Defizite erkannt und aufgefangen werden. Thüringen hat einen Bildungsplan, der auch diese frühe Zeit einschließt, das ist ein richtiger und ein wichtiger Anspruch.

Nur müssen die Erzieherinnen auch die Chance haben, ihm gerecht zu werden. Auch die Effekte eines gebührenfreien Kita-Jahres, so gut das für eine Regierungsbilanz auch klingen mag, bleiben unter ihren Möglichkeiten, wenn in den Gruppen zu wenig Erziehrinnen ihre Aufmerksamkeit und Energie auf zu viele Kinder verteilen müssen. Natürlich wissen die Verbände, dass 8000 zusätzliche Erzieherstellen eine mehr als sportliches Vorgabe sind. Das kostet und die Situation auf dem Fachkräftemarkt kennen sie selbst gut genug.

Dass sie dennoch auf der Forderung beharren, ist richtig. Ein neues Gesetz ist auch ein neuer Anspruch, so sehen sie es und das ist legitim. Legitim zu erwarten, dass die Regierung, die sich zu den Qualitätsstandards für frühe Bildung bekannt hat, auch konsequent bleibt. Dass sie diesen Anspruch klar formuliert, statt sich um einen besseren Personalschlüssel herumzumogeln. Und dass es überhaupt nichts bringt, an der Realität vorbei zu rechnen, wie es bei den Ausfallzeiten der Kita-Mitarbeiterinnen der Fall ist.

Die Verbände sprechen klar von einer stufenweise Umsetzung des Personalschlüssels, aber dafür braucht es aufgezeigte Wege, wie man dorthin gelangen soll. Eine klare Perspektive für die wichtige Arbeit, die Erzieherinnen in den Kitas leisten.

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