Leitartikel: Es braucht ehrliche Politik

TA-Chefredakteur Jan Hollitzer zur Parteienpräferenz der Thüringer.

Jan Hollitzer, Chefredakteur der Thüringer Allgemeine

Jan Hollitzer, Chefredakteur der Thüringer Allgemeine

Foto: Sascha Fromm / Ta

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Der demografische Wandel in Thüringen treibt so manchem die Sorgenfalten auf die Stirn. Die Bevölkerung schrumpft, die Jungen verlassen das Land und die Bevölkerung überaltert. Vor allem in den ländlichen Gebieten außerhalb der Städtekette.

Den Linken in Thüringen aber kommt dieser Trend mit Blick auf Wahlergebnisse und Umfragen zugute. Denn in der älteren Bevölkerung genießt die Partei auch nach der jüngsten Umfrage weiterhin den höchsten Zuspruch.

Schon bei der letzten Landtagswahl kommentierten nationale Medien, die „Alten“ haben Thüringen gerettet. Zweifelsohne eine Wertung mit Bezug auf die starke AfD, der scheinbar ein extrem rechter Björn Höcke und auch die Beobachtung durch den Verfassungsschutz als Verdachtsfall nicht zu schaden vermag.

Und da in den nächsten 15 bis 20 Jahren der Anteil der Bevölkerung mit einem Alter von über 60 Jahren auf über ein Drittel wachsen wird, dürfte in Thüringen noch lange kein Weg an den Linken vorbeiführen und diese eine feste Größe bleiben. Dennoch muss sie sich wie die anderen Parteien auch Gedanken machen, wie sie Zielgruppen besser erreicht, um auch zukunftsfähig zu bleiben.

Dabei geht es nicht nur um das Erreichen, sondern auch um das Abholen in der Lebenswirklichkeit und Überzeugen mit Realpolitik. Klientelpolitik mag erfolgreich sein, solang das Klientel auch vorhanden ist. Oder man setzt auf populäre Personen, die aber eben auch nicht ewig regieren können. Die Natur setzt hier Grenzen.

Auffällig ist den Zahlen nach auch die Stärke der Grünen bei jungen Menschen, bei denen die Präferenzen aber bei Weitem nicht so auseinanderliegen wie in den älteren Kohorten. Aber auch die der AfD in den mittleren Altersgruppen ist bemerkenswert.

Sicher beeinflussen auch unterschiedliche Kommunikationsstrategien sowie Lebens- und Umbruchserfahrungen in starkem Maße das Wahlverhalten.

Am wichtigsten aber bleibt ehrliche und nachvollziehbare Politik.

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