Leitartikel: Es war einmal ein Wolf

Frank Schauka über Jäger und ein Problem mit dem Wolf.

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Die Geschichte vom ersten Fotonachweis eines Wolfes in Thüringen im Mai 2014 klingt reichlich skurril: Da lehnte ein Mitarbeiter des Naturschutzbundes Nabu im Wald an einem Baum und wollte Orchideen fotografieren. Geduldig wartete er auf optimales Sonnenlicht und schlief darüber ein.

Ein Geräusch ließ ihn jäh erwachen, und als er die Augen aufschlug, erblickte er etwa 25 Meter vor sich einen Wolf. Es war hilfreich, dass der Fotograf noch nicht das Nah-Objektiv aufgeschraubt hatte, das er für die Blumen benötigte. So gelangen ihm mit dem Tele-Objektiv sehr schöne Portraits vom ersten Thüringer Wolf.

Dass diese Geschichte die Fantasie herausfordert, ist kaum zu bestreiten. Die Geschichte kritisch zu prüfen, ist deshalb ohne Zweifel legitim.

Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Zeitschrift nicht nur Fragen gestellt, sondern sie auch hätte beantworten können. So bleibt nur eine Verschwörungstheorie vom nach Thüringen verschleppten Lausitzer Jungwolf zurück, die auf einigen Fakten sowie mehreren Vermutungen basiert. Das ist jedoch zu wenig für die bereits auf der "Jäger"-Titelseite aufgestellte Behauptung "Das Wunder von Ohrdruf: Wie Lupus aus der Kiste kam".

Tatsächlich liegt der vom Nabu Thüringen geäußerte Verdacht nahe, dass hier eine gegen den Naturschutzbund sowie den Wolf gerichtete Stimmung erzeugt werden soll. Bevor diese sich verselbstständigt, sollten zumindest Jäger und Naturschützer in Thüringen ihre Sorgen und zum Teil unterschiedlichen Ziele ehrlich bereden. Wie der "Jäger"-Bericht zeigt, ist es höchste Zeit für offene Worte.

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