Leitartikel: Flügelschläge vor dem Sturm

Frank Schauka über personelle Sorgen in der AfD.

Frank Schauka.

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Foto: Andreas Wetzel

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Immer wieder spricht Björn Höcke davon, wie wichtig für den Erfolg der AfD Geschlossenheit nach außen sei. Um die Partei zu schwächen, versuche der Gegner, der dies ebenfalls wisse, Streit hineinzutragen.

Aber warum, wenn er das so sieht, spaltet Höcke selbst?

An mangelnder Intelligenz oder fehlender rhetorischer Begabung kann es nicht liegen. Im hessischen Friedlos, Ende Mai 2016, hielt der Historiker eine nachdenkliche, geschichtsphilosophische Rede. Die geladenen Gäste, vornehmes Bürgertum, applaudierten zustimmend.

Dass der Ex-Oberstudienrat ebenso Menschenmassen zu Höcke-Höcke-Schlachtrufen anheizen kann, weiß jeder.

Jemand, der Stimmungen so zielgenau trifft wie entfacht, ist nicht nur politisch geschickt. Er kann auch sehr gefährlich sein.

Und Höcke verfolgt seine eigene Agenda. 2015 mit seiner Rede bei Götz Kubitschek, als er vom afrikanischen Ausbreitungstyp sprach. Anfang 2017 in Dresden , als er mit Seitenblick auf das Holocaust-Mahnmal eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad forderte. Ende 2017 beim Bundesparteitag, als er wohl nicht unbeteiligt an der fast erfolgreichen Spitzenkandidatur einer völlig unbekannten Frau von Sayn-Wittgenstein war. Fast hätte dies den Parteitag zerrissen. Nur um zu befrieden, ließ sich Alexander Gauland überreden, für das Amt des Co-Parteivorsitzenden zu kandidieren.

Verwunderlich war es ebenso, als die Beobachtung durch den Verfassungsschutz drohte, dass Höcke – zur Überraschung der Bundes-AfD – Öl ins Feuer goss.

Die Reaktion der Bundes-AfD auf die vergleichsweise lapidare Provokation aus Arnstadt zeigt: In Berlin, wo man den Personenkult um Höcke ablehnt, versucht man im letzten Moment, gegenzusteuern und Höckes Flügel zu stutzen.

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