Leitartikel: Ja, mach nur einen Plan!

Chefredakteur Johannes M. Fischer über ein nicht veröffentlichtes Interview mit Thüringens Innenminister.

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Es gibt Situationen, da passt Brecht wie der Deckel auf den Topf. Zur Thüringer Gebietsreform drängt sich die „Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens“ auf.

Bei der Reform - und auch bei deren Kommunikation - ist vieles schief gelaufen. Es war also mal an der Zeit, vom Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) persönlich zu hören, wie er die Lage einschätzt. Getreu nach dem Motto: Gib jedem die Chance, sein Tun zu erklären.

Also war ein TA-Team im Ministerium zum Gespräch. . . Das entstandene Interview wurde – wie es die Regel ist - vor Abdruck dem Gesprächspartner vorgelegt. Das ist ein Gebot der Fairness, weil ein langes Gespräch stark gerafft und zusammengefasst werden muss.

Der Interview-Partner hat also die Gelegenheit, Missverständnisse aufzuklären. Oder er kann Wendungen korrigieren, die er in der Hitze des Gefechts sagte, aber nicht so meinte.

Dem Minister war das aber nicht genug. Er dichtete munter Sätze hinzu, die nie gefallen waren und strich andere, die er gesagt hatte. Und nicht nur das: Er strich Fragen oder Teilfragen, die ihm nicht passten.

Allerdings war es ziemlich naiv, zu glauben, dass die Thüringer Allgemeine diesen Verlautbarungs-Wortschwall abdruckt. Natürlich tut sie dies nicht. Wohl aber die wichtigsten Aussagen vom Mitschnitt, auch einige gestrichene: Das lesen Sie hier.

Fazit: Die Gebietsreform ist bislang nicht so gut gelaufen. Das Interview missglückt.

Und was sagt Brecht? „Ja, mach nur einen Plan!/Sei nur ein großes Licht!/Und mach dann noch’nen zweiten Plan./Gehn tun sie beide nicht.“

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