Leitartikel: Mehr als nur ein Werk

Martin Debes über das Potenzial der Großansiedlung bei Erfurt.

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Wenn Superlative gebraucht werden, ist Vorsicht angebracht. So galt noch vor einigen Jahren die Solarzellenproduktion als Zukunftsindustrie schlechthin. Dank der staatlich geförderten Energiewende könne ja nichts schieflaufen. Meinte man.

Inzwischen ist von den Solarzellenfabriken kaum eine übrig. Als letzter großer Hersteller in Thüringen ging Solarworld am Erfurter Kreuz pleite – auch dank der subventionierten Konkurrenz aus China.

Es dürfte daher für die Betroffenen eine bittere Ironie besitzen, dass ausgerechnet ein chinesischer Batteriehersteller in die leer stehenden Gebäude von Solarworld einziehen könnte. Dennoch kann dem Wirtschaftsstandort Thüringen nichts Besseres passieren.

Denn diesmal sind die Voraussetzungen andere. Der Konzern CATL hat bereits seine Produktion für Jahre verkauft. Allein BMW bestellte Speicherzellen im Wert von vier Milliarden Euro, ein gutes Drittel davon soll aus Thüringen kommen.

Fast alle namhaften europäischen Autohersteller stehen bei CATL auf der Warteliste. Sie müssen, um die gesetzlichen Abgasziele einzuhalten, deutlich mehr Elektroautos verkaufen.

Dennoch: Die Abhängigkeit von chinesischen Herstellern beunruhigt die deutsche Politik. Die Bundesregierung will sogar mit einer Milliarde Euro die einheimische Entwicklung fördern.

Warum auch nicht. Dennoch ist es für Thüringen erst einmal wichtig, dass hier produziert wird – und nicht in China. Zudem geht es mehr um als ein Werk. So wie einst Opel in Eisenach besitzt CATL das Potenzial, den Kern eines Netzwerks von Zulieferfirmen zu bilden.

Man muss es nur sehen.

Batterie-Konzern plant seine Europazentrale in Thüringen

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