Leitartikel: Provozierter Engpass

Leitartikel Fabian Klaus über ein Betreuungsproblem mit Ansage

Fabian Klaus

Fabian Klaus

Foto: Peter Michaelis

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Wie lange soll das noch gehen? Immer mehr Eltern stehen kurz davor, unter der Last der Corona-Pandemie zusammenzubrechen.

Thüringen hat die Notbetreuung in Grundschulen und Kindergärten abgeschaltet. Allerdings: In diesen Tagen wird immer deutlicher, dass der Bildungsminister Helmut Holter (Linke) mit seinem Handeln das Ende nicht bedacht hat.

Mädchen und Jungen, die jetzt wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen, erleben einen eingeschränkten Regelbetrieb. Der orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen des Personals und entlang der Leitlinien, die für diesen Regelbetrieb festgeschrieben sind. Hinten runter fallen dabei die Eltern – sowohl jene, die eben noch als systemrelevant mit Dankbarkeit und Anerkennung (Was bringt ihnen das eigentlich?) überschüttet wurden, als auch die, die sowieso über Wochen zusehen mussten, wie sie ihre Kinder betreut bekommen.

Corona-Pandemie: Bei der Kinderbetreuung mit dem Latein am Ende

Mit immer mehr Lockerungen, die mit Blick auf das Thüringer Pandemiegeschehen zwingend richtig sind, geht eine Erwartungshaltung vieler Arbeitgeber einher: Sie wollen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihrem Job wieder hundertprozentig nachgehen. Kein Wunder: Die wirtschaftlichen Folgen müssen irgendwie abgefedert werden.

Eltern kommen deshalb zunehmend in Bedrängnis, weil ihre Kinder eben noch nicht in dem Maße betreut werden, wie das vor der Corona-Pandemie der Fall gewesen ist. Wie also acht Stunden Job mit maximal acht Stunden Öffnung der Einrichtung unter einen Hut bringen? Vor diesem Problem wurde bereits gewarnt, als Holter vor Wochen ankündigte, Mitte Juni die Notbetreuung abzuschalten. Eltern erkannten sofort, was nun auf sie zukommt: ein provozierter Betreuungsengpass. Wie reagierten die Zuständigen in der Politik?

Hier wird das Problem trotz aller Warnungen bewundert. Lösungen gibt es absehbar nicht. Die Gewissheit für Familien zementiert sich derweil immer deutlicher: Sie bleiben die Verlierer der Krise.

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