Leitartikel: Unser täglich Rotkäppchen

Mirko Krüger über den Wolf und ein Raubtier namens Mensch.

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Rotkäppchen lügt! Der Wolf ist kein arglistiges Tier. Er frisst nicht mal Schafe. Jedenfalls nicht hier, nicht in Thüringen.

Oder doch?

Ach, wenn wir es doch nur genau wüssten. . .

Sicher ist derzeit in Thüringen wohl nur eines: Die bei Schwabhausen gerissenen Schafe waren keine Opfer des Wolfs. Sie starben durch des Menschen liebstes Haustier. Durch Hunde, also.

Dennoch: Wir dürfen verunsichert bleiben. Und dafür gibt es einen schlichten Grund. Wir wissen einfach viel zu wenig über jene Wölfin, die auf dem Truppenübungsplatz von Ohrdruf lebt.

Gewiss, es gibt einige Fotos von ihr. Auch ihre Exkremente wurden bereits untersucht. Dadurch wollten wir herausbekommen, was die Wölfin verzehrt. Rehe und Wildschweine stehen auf ihrem Speisezettel, ab und an auch Mäuse.

Die Wölfin scheint nicht allzu wählerisch zu sein. Doch ausgerechnet an Lämmchen scheint sie noch keinen Gefallen gefunden zu haben.

Dafür blüht die Fantasie des größten Raubtieres auf Erden umso mehr. Erst kürzlich machte wieder ein Schauermärchen die Runde. Und das geht so: An der polnischen Grenze ist ein Kleintransporter gestoppt worden, mit dem Wölfe nach Deutschland geschmuggelt werden sollten.

Tatsächlich, so ließ die Polizei wissen, habe man einen Steppenwolf sichergestellt. Damit war aber kein Tier gemeint, sondern ein Fahrrad der Marke „Steppenwolf“.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute glücklich und zufrieden – und erzählen sich Märchen vom Wolf.

Hunde töten Schafe: Kein Schadenersatz

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