Leitartikel: Warten auf den Spatenstich

Gerald Müller über Straßen-Planungen und Bau- Probleme.

Sind Sie schon mal durch Kallmerode im Eichsfeld gefahren? Dann werden Ihnen die vielen Schilder und Hinweise an Häusern und Zäunen nicht entgangen sein. Seit Jahren hängen sie dort, seit Jahren kämpfen die Einwohner um eine Ortsumfahrung, weil sich täglich Tausende Autos und Lkws durch den Ort schlängeln Aber nicht nur dort.

Der Protest zeigt insofern Erfolg, dass eine Umgehung im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen ist: in die Dringlichkeit VB, was „Vordringlicher Bedarf“ bedeutet. Noch besser für Fordernde und Wartende ist FD, was „Fest Disponiert“ heißt.

Die Lage und die Topografie Thüringens verlangen nach einer komplexen Verkehrsinfrastruktur. Dabei müssen viele Dinge beachtet werden, unter anderem die Schutzwürdigkeit von Umwelt, Natur und Landschaft. Auf die fehlende Berücksichtigung von regionalen Schienenprojekten wird in diesem Zusammenhang deshalb stets verwiesen.

Doch Ortsumgehungen , die ja zunächst Staus und Umleitungen bedeuten und ebenfalls kräftige Einbußen für Tante-Emma-Läden oder Lokale bringen können, sind notwendig: Sie senken die Lärmbelastung und Luftverschmutzung, verknüpfen zugleich Regionen in Thüringen besser mit dem Autobahnnetz.

Der Weg von der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan bis zum Bau ist allerdings meist ein weiter. Zwar ist durchaus viel Geld dafür da, doch es kann teilweise nicht abgerufen werden. weil durch Abbau von Personal Planungen und Ausschreibungen sich verzögern.

Auch in Kallmerode erfolgt 2017 noch kein Spatenstich.

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