Leitartikel: Wir brauchen Transparenz

Jan Hollitzer zur Debatte über ein Ausstiegsszenario.

Jan Hollitzer.

Jan Hollitzer.

Foto: Sascha Fromm

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine schwere Rezession in Deutschland ist unvermeidbar. Das haben die „Wirtschaftsweisen“ vorhergesagt. Wie schlimm die Wirtschaft schrumpfen wird, ist aufgrund der momentanen Unsicherheit aber noch völlig offen.

Allerdings keimt auch ein Hoffnungsschimmer: Am wahrscheinlichsten ist laut den Ökonomen derzeit, dass sich die wirtschaftliche Lage über den Sommer normalisieren wird, der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes also weniger stark ausfällt als etwa 2009 in der globalen Finanzkrise.

Wie viele Unternehmen, Selbstständige oder von Kurzarbeit betroffene Angestellte den Shutdown einigermaßen unbeschadet überstehen, ist leider ebenso unklar wie die Prognose der Experten.

Daher ist es nur um so verständlicher, dass jetzt viele über die Zeit nach der Krise nachdenken – und über ein Ausstiegsszenario. Es geht dabei nicht darum, den Menschen falsche Hoffnungen zu machen und ihnen einen Zeitpunkt der Lockerung der Maßnahmen zu nennen, den man dann nicht halten kann. Denn dann gibt es noch mehr Unruhe als ohnehin schon. Die Infektionszahlen der nächsten Tage und Wochen werden zeigen, wann wir ein Stück Normalität zurückbekommen können.

Und diese Rückkehr in unseren Alltag, die Wiederaufnahme sozialer und wirtschaftlicher Beziehungen, ist wiederum die Basis für einen Aufschwung nach der Krise. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Regeln eingehalten werden. Sonst verlängert sich der ohnehin mit fünf Wochen schon sehr lange Stillstand noch weiter.

Die Wirtschaftsweisen appellieren an die Bundesregierung, über ein Ausstiegsszenario nachzudenken. Die Politik müsse dabei vor allem klar kommunizieren und „den Leuten reinen Wein einschenken“.

In der New York Times steht, dass in den USA eine Debatte darüber entbrannt ist, welche Zahlen oder Statistiken man den Menschen zumuten kann. Die Antwort ist klar: alle. Zum Glück sind wir da weiter. Bleiben wir dabei. Transparenz ist wichtig. Auch in der Debatte um die Zeit nach Corona.

Ramelow gegen voreilige Lockerung von Beschränkungen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren