Pulsschlag: Trainerjob auf Zeit

Marco Alles über die Beurlaubung von RB-Trainer Zorniger

Er hat RB Leipzig binnen zwei Jahren aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga geführt. Dort liegt die Mannschaft mit sechs Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz noch gut im Rennen. Doch das alles half Alexander Zorniger nichts. Nachdem ihm erklärt wurde, dass er im Sommer gehen kann, bat er um sofortige Trennung und wurde vom bisherigen Juniorentrainer Achim Beierlorzer ersetzt.

Dankbarkeit gibt es im Profifußball nicht. Und wo Geld keine Rolle spielt, ist sogar noch schneller Schluss als anderswo. Zorniger hat 2012 einen Posten auf Zeit angetreten. Schon damals war abzusehen, dass sein kleiner (Trainer)-Name mit den großen Ambitionen des Leipziger Projekts irgendwann nicht mehr mithalten kann.

Die millionenschweren Investitionen in der Winterpause sowie die Ankündigung, dass sich Sportchef Ralf Rangnick künftig nur noch um RBL kümmern soll, waren eindeutige Signale: Der Verein will so schnell wie möglich dort mitmischen, wo man sich mental längst wähnt: im Konzert der Großen. Dazu braucht es ab Sommer einen prominenten Trainer: Thomas Tuchel stünde bereit.