Millionen-Investition in Apoldaer Wohnungsbestand

Apolda.  Bilanz 2019, Ausblick 2020 und beste Wünsche für die kommenden Monate gab es beim Neujahrsempfang der Stadt Apolda und der Wohnungsgesellschaft.

Rund 300 Gäste feierten in der Stadthalle Apolda beim Neujahrsempfang von Stadt und Wohnungsgesellschaft.

Rund 300 Gäste feierten in der Stadthalle Apolda beim Neujahrsempfang von Stadt und Wohnungsgesellschaft.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

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Mit einer verbesserten Eigenkapitalquote von nun 57 Prozent, drei Millionen getilgten Euro, in 2019 etwa 2,2 Millionen Euro an Investitionen in den Wohnungsbestand und rund elf Millionen Euro Jahresumsatz wartete die Wohnungsgesellschaft Apolda (WGA) beim Neujahrsempfang in der Stadthalle auf.

Schätzungsweise 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Mieterschaft und sonstiger Lokalgesellschaft waren dorthin der gemeinsamen Einladung von Stadt und Wohnungsgesellschaft gefolgt.

Das Hotel am Schloß hatte das teils vegan-vegetarische Büfett vorbereitet, der Patenkindergarten „Nordknirpse“ steuerte ein tolles Kulturprogramm bei.

In seiner Ansprache betonte Sören Rost zunächst, dass die WGA 2019 etwa 5300 Aufträge vergeben haben, wovon bis 90 Prozent Firmen aus der Stadt und in 30 Kilometer Umkreis profitiert hätten. Insoweit seien die Investitionen eben nicht nur als solche in die 2515 Wohneinheiten umfassenden WGA-Bestand zu betrachten, sondern auch in die wirtschaftliche Stärkung Region, versicherte der Geschäftsführer.

Hinzu komme, dass die WGA inzwischen 1237 Wohneinheiten anderer Eigentümer verwalte. Der Zuwachs bei der Fremdverwaltung sei innerhalb eines Jahres um 13 Prozent gesteigert worden, so Rost.

Die Leerstandsquote bei der WGA liege bei 7,6 Prozent gelegen. Das sei nicht ideal, aber angesichts üblicher Leerstandsquoten im ländlichen Raum, die sich zwischen neun und zehn Prozent bewegen, so schlecht nun auch wieder nicht. Für die allgemeine Tendenz in ländlichen Räumen gebe es Gründe – etwa geburtenschwache Jahrgänge. Zudem hätte es in Apolda in den vergangenen Jahren zunehmend Investitionen auch im privaten Immobiliensektor gegeben, was zu einer Ausweitung der Angebote geführt habe. Nicht zuletzt bedürfe ein Wohnungsunternehmen auch eines gewissen Leerstandes, um in diese Einheiten investieren zu können.

Zu den großen Investitionsprojekten 2020 zählt Rost den Neubau des Bestattungsinstituts und den Erwerb von weiteren Anteil an der Betreibergesellschaft des Hotels am Schloß. Beide Firmen zählen zum kommunalen Verbund, ebenso die Energieversorgung Apolda, Immobiliendienstleistungen et cetera.

Auch das Fremdkapital sprach Rost an. So habe das Unternehmen bei Kreditinstituten derzeit Verbindlichkeiten in Höhe von 28 Millionen Euro. Das sei seit Anfang der 1990er Jahre der niedrigste Betrag. Darauf und auf die verbesserte Eigenkapitalquote schauend meinte Rost: „Wir strotzen vor Kraft!“

Dass er und Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand da Rückgriff auf eine Liedzeile aus „Hoch“ von Tim Bendzko nahmen, der 2017 in Apolda auftrat, passt da ins Bild: „Auch wenn wir schon weit gekommen sind, wir gehen immer weiter – hoch hinaus . . .“

Eisenbrand, der den langjährigen Aseg-Geschäftsführer Bernd Röppenack (anwesend) und EVA-Geschäftsführer Michael Müller (nicht anwesend) mit 900-Jahre-Apolda-Whisky-Flaschen in die Rente verabschiedete, nannte als Großinvestition 2019 etwa die in den Kindergarten Regenbogen und ins Martinskirchquartier und für 2020 die große in den neuen Kindergarten Herressen-Sulzbach.

Langfrist-Projekt sowohl für die Stadt als auch ihre WGA bleibt die Umsetzung der Idee von der „Wohlfühlstadt“. Dazu gehörten auch öffentliche Bäder, die der kommunale Firmenverbund dank EVA gewährleisten könne, so Rost. Und dass man ins Hotel investiere, auch das habe damit zu tun, weil die Kreisstadt ein solche Haus brauche.

Das Stadtoberhaupt gab sich kraftvoll. Er habe noch Elan, wolle weiter für Apolda arbeiten. Er verwies darauf, dass es im Stadtrat die „Allianz“ gebe, und dass man damit gute, stabile Arbeit leisten könne. – Wenn denn der Haushalt mal steht. Aber das dauert noch.

Anders beim Kreis, für den Landrätin Christiane Schmidt-Rose sprach. Noch 2019 konnte ihre Verwaltung einen genehmigten Haushalt vermelden, nahtlos könne so an Investitionen angeknüpft werden, so die Landrätin.

Aber zurück zur WGA, für die Rost bilanzierte: Durch „kluge und glückliche Entscheidungen“ sei des gelungen, die Wohnungsgesellschaft auf wirtschaftlich gutem Weg zu halten.

Auch 2020 soll in den WGA-Eigenbestand investiert werden, das werde sich im Bereich von zwei Millionen Euro bewegen. Rost dankte seinen Mitarbeitern und denen im Verbund. Eisenbrand vergaß seine Kollegen ebenso wenig.

Auch als Sponsor wird sich die WGA weiter für den Musiksommer betätigen, bei dem Sarah Connor (4000 Karten verkauft) und Clueso (gut 3000 Karten weg) 2020 auftreten.

Im Foyer präsentierte Nancy Firme charmant die Angebote der Energieversorgung Apolda.

Für Musik im Saal sorgten Christian Ebert und Christopher Thyrolf.

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