Episode 35

„Ich trinke nicht jeden Morgen drei Liter Blut" - Hollitzer trifft Datenschützer Lutz Hasse

Im Podcast „Hollitzer trifft“ spricht Landesdatenschützer Lutz Hasse über seinen Horror vor unsicherem Datenverkehr.

Cover Podcast "Hollitzer trifft"  

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Foto: Sascha Fromm/ Antonia Woitschefski / TA

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Lutz Hasse ist seit acht Jahren Landesdatenschützer. Mit der Bußgeld-Androhung für Lehrer, die beim E-Learning auf nicht datenschutzkonforme Programme zurückgreifen, sorgte er gerade wieder für Wirbel. Der Podcast mit TA-Chefredakteur Jan Hollitzer lief über ein sicheres Chat-Programm der TU Ilmenau. Lutz Hasse über…

…unsichere Plattformen in Schulen: Wenn eine Software, eine Schulplattform oder ein Chat-Tool nicht safe ist, könnten unbefugte Dritte die Daten abgreifen. Der Worst Case wären so erstellte Profile, die Auskunft darüber geben, wie gut Schüler sind oder welchen sozialen Hintergrund sie haben. Solche Profile sind für mich der größte Horror überhaupt.

…die Androhung von Bußgeldern für Lehrer: Die Digitalisierung der Schule ist nur dann gut gelaufen, wenn auch das Datenschutzrecht eingehalten wird. Kinderdaten sind besonders zu schützen. Dafür lagen rechtzeitig genügend Informationen vor. Als Bußgeld-Behörde hat man aber einen Ermessensspielraum, das nennt sich Opportunität. Ich trinke jetzt aber nicht jeden Morgen drei Liter Blut, um den Lehrern das Leben schwer zu machen.

…das dicke Fell als Datenschützer: Das hatte ich anfangs nicht, inzwischen ja. Dass es nicht die beliebteste Position ist, weiß man, wenn man antritt. Ich komme aus dem Verfassungs- und Verwaltungsrecht und habe mich schon bei der Polizei mit Datenschutz beschäftigt. Ich finde es toll, für das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung unabhängig eintreten zu können.

…über das Mithören von Gesprächen durch Facebook zu Werbezwecken: Das ist gruselig. Ich weiß das und würde mich gern damit beschäftigen, weil es ein Superskandal zu sein scheint. Bisher hatte ich dafür leider keine Zeit. Da liegt aber ganz schwer was im Argen.

…die neue Corona-App: Auch der Bundesbeauftragte für den Datenschutz weiß nicht, was da kommt. Prüfen muss man, ob wirklich keine personenbezogenen Daten ausgetauscht werden? Ich zweifle es an, habe aber keine genaue Kenntnis.

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Bislang erschienen sind bei Hollitzer trifft:

Alle Podcast-Folgen finden Sie unter: www.thueringer-allgemeine.de/podcast sowie bei Spotify und Apple-Podcast.

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