Episode 13

"Todesstoß für Musik-Kassette" - Karlheinz Brandenburg bei Hollitzer trifft

Ilmenau  In seinem Podcast spricht TA-Chefredakteur Jan Hollitzer dieses Mal mit dem Ilmenauer MP3-Erfinder Karlheinz Brandenburg.

Cover Podcast "Hollitzer trifft"  

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Foto: Sascha Fromm/ Antonia Woitschefski / TA

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In den 1990er-Jahren revolutionierte das MP3-Format das Musikhören. Miterfunden wurde es von Karlheinz Brandenburg, der seit zwei Jahrzehnten in Ilmenau lehrt und forscht. Die International Electrotechnical Commission (IEC) wählte den 65-Jährigen inzwischen zu einem der 120 wichtigsten Vordenker der Elektrotechnik aller Zeiten. In seinem Podcast spricht TA-Chefredakteur Jan Hollitzer mit dem Erfinder. Brandenburg über


...MP3 als Todesstoß für Kassetten oder CD: Musik-Kassetten waren keine tolle Technik. Es war lange vor der Erfindung des MP3 klar, dass ihre Zeit zu Ende gehen und das Speichern auf Halbleiterchips kommen muss. Für CD gilt: Sie sind mit anderen Technologien Opfer einer Entwicklung von Dingen, die man anfassen kann, zu virtuellen Daten auf Computerfestplatten oder Speichermedien. Es gab aber auch viele Leute, die mir nicht so sympathisch waren, weil sie die Musik unautorisiert vertrieben.

...Suzanne Vega, „Mutter des MP3“: Bei der Entwicklung ging es darum, dass jede Musik perfekt klingt. Vegas Akustikversion war dazu bestens geeignet. Die Legende, „Tom’s Diner“ sei das erste MP3-Lied gewesen, stimmt aber nicht. Es gab nicht ein erstes Lied, sondern immer wieder eine Sammlung von besonders schwierigen Stücken, mit der wir das Verfahren optimiert haben.


...Künstliche Intelligenz (KI): Wir forschen daran, wie Klang so wiedergegeben werden kann, dass eine perfekte Illusion entsteht. Ein dieser Visionen heißt „Party“: Durch KI soll selektives Hören möglich sein, wobei störende Geräusche leiser gemacht werden.


...den Technologie-Standort Thüringen: Thüringen ist ein armes Land. Wir hatten hier eine sehr gute Anschubfinanzierung, seither gab es immer wieder schwierige Zeiten. Es wäre schön, wenn das Ministerium für Forschungen drei- oder fünfmal so viel Geld hätte, nicht nur für uns, sondern auch für andere Institute. Es wird getan, was möglich ist. Trotzdem schaut man belämmert, wenn Bayern für seine KI-Initiative 50 Millionen Euro ausgibt. Das ist mehr als Thüringen insgesamt für Forschungsförderung hat.

Ob Ausnahme-Biathletin, Kati Wilhelm, Deutschlands berühmtester Kriminalbiologe Mark Benecke oder Influencerin Veronique Sophie: Hier können Sie sich alle Podcast-Folgen von "Hollitzer trifft" anhören.

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