Bau der Ahmadiyya-Moschee in Erfurt beginnt Mitte November

Erfurt  Die Thüringer Ahmadiyya-Gemeinde verschickt Einladungen für die Grundsteinlegung in Erfurt-Marbach. Ministerpräsident Ramelow und Oberbürgermeister Bausewein wollen Grußworte sprechen.

Ahmadiyya-Vertreter Abdullah Uwe Wagishauser (l.) und Mohammad Suleman Malik.

Ahmadiyya-Vertreter Abdullah Uwe Wagishauser (l.) und Mohammad Suleman Malik.

Foto: Hanno Müller

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„Es ist uns eine Freude, Ihnen mitteilen zu können, dass am 13. November 2018 der Grundstein einer neuen Moschee in Erfurt gelegt wird.“ Mit diesen Worten beginnt das Einladungsschreiben, dass die muslimischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat in Thüringen gerade verschickt. Damit steht fest: Ab Mitte November wird das Gotteshaus im Erfurter Ortsteil Marbach gebaut.

„Bei dieser Moschee handelt es sich um die erste Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat im Freistaat Thüringen“, sagte Ahmadiyya-Sprecher Mohammad Suleman Malik. Jede Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat setze Zeichen für den friedlichen Islam. Bei der Grundsteinlegung sprechen werden Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke), Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) und der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya, Abdullah Uwe Wagishauser.

Entstehen soll die Moschee in einem Gewerbegebiet am Ortseingang von Marbach unweit der Bundesstraße 4. Nachbarn sind ein Bosch-Dienst, Rettungswache und Dekra. Geplant ist ein langer Flachbau mit Zierminarett und Kuppel, der neben Gebets- und Begegnungsräumen auch eine Einliegerwohnung für den Imam beinhalten soll. Die Baugenehmigung wurde Anfang 2018 erteilt. Bedenken, auf dem Gebiet könnten seltene Feldhamster gestört werden, wurden kürzlich ausgeräumt. Zuletzt ließ die Ahmadiyya-Gemeinde dafür als Bauherr Mutterboden abtragen.

Um die Moschee wird seit Jahren heftig gestritten. Unbekannte legten auf dem Baugelände einen Schweinskadaver ab. Als Fürsprecher der Protestierenden tritt immer wieder die Thüringer AfD auf. Anfang September zogen Vermummte durch Marbach. Dabei machten sie auch vor dem Haus der Grünen-Politikerin Astrid Rothe-Beinlich Halt. Moscheegegner protestierten regelmäßig mit Kreuzen am Zaun des Baugeländes.

Man werde sich nicht aus Erfurt vertreiben lassen, so Suleman Malik. Die Ahmadiyya seien friedfertig, reformorientiert und transparent und bereicherten so seit Jahrzehnten die Bundesrepublik. In Hessen wurde die Gemeinde 2013 als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ anerkannt, damit steht sie gleichberechtigt neben Kirchen und jüdischer Gemeinde.

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