"Erfurter Resolution": Drei AfD-Abgeordnete stellen sich gegen Höcke

Erfurt. Der Richtungskampf in der AfD spaltet zunehmend die Thüringer Landtagsfraktion. So unterzeichneten die Abgeordneten Siegfried Gentele, Oskar Helmerich und Jens Krumpe eine sogenannte "Deutschland-Resolution".

Björn Höcke (links) und André Poggenburg haben sich mit der Erfurter Resolution an die Spitze der rechten Opposition gegen die Neoliberalen in der AfD gesetzt. Foto: Michael Reichel

Björn Höcke (links) und André Poggenburg haben sich mit der Erfurter Resolution an die Spitze der rechten Opposition gegen die Neoliberalen in der AfD gesetzt. Foto: Michael Reichel

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Darin widersprechen sie der "Erfurter Resolution", die vor allem von Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke initiiert worden war. Darin hatten er und der Landeschef von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, eine stärkere rechtskonservative Ausrichtung und Kooperationen mit Bewegungen wie Pegida gefordert. Zu den Unterzeichnern gehören inzwischen neben Brandenburgs Landeschef Alexander Gauland auch sieben der elf Thüringer Abgeordneten.

In der "Deutschland-Resolution", die unter anderen von AfD-Bundesvize Hans-Olaf Henkel und sechs Landeschefs veröffentlich wurde, heißt es: Wer die sogenannte Erfurter Resolution unterschreibe, wolle "eine andere AfD, eine AfD der flachen Parolen und der schrillen Töne".

In dem Papier wird Höcke und seinen Mitstreitern vorgeworfen, die Partei zu spalten und zu schädigen. Die AfD brauche "weder Flügelkämpfe noch wolkige Phrasen aus dem Arsenal rechter Splitterparteien".

Zuvor hatte sich schon Bundeschef Bernd Lucke gegen die "Erfurter Resolution" gewandt, die bisher von mehr als 1300 der rund 22.000 AfD-Mitglieder unterschrieben wurde. Henkel hatte zudem Höcke völkisches Gedankengut vorgeworfen und den Parteiaustritt nahegelegt.

Der Thüringer Fraktionschef wies diese Äußerungen als "etwas Ungeheuerliches" zurück. Es gehe nicht um eine Spaltung der Partei, sondern um eine Entscheidung zwischen zwei Richtungen, sagt Höcke auf der Facebook-Seite der "Erfurter Resolution" derfluegel.de. So gebe es eine "Gruppe, die möglichst schnell zum etablierten Parteienspektrum aufschließen" wolle und bereit sei, "die herrschenden Denk- und Sprechverbote teilweise oder ganz zu übernehmen". Auf der anderen Seite sehe er diejenigen, die der AfD einen "grundsätzlichen Erneuerungsauftrag" geben wollten.

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