Gesundheitsministerin verteidigt Facharztquote für Krankenhäuser

Erfurt  Gesundheitsministerin Heike Werner fordert die Streitenden zur Kooperation auf. Die CDU hält die Quote für falsch und fordert ergebnisorientierte Qualitätskriterien.

Gesundheitsministerin Heike Werner hält an der Facharztquote fest und fordert die Streitenden zur Kooperation auf.

Gesundheitsministerin Heike Werner hält an der Facharztquote fest und fordert die Streitenden zur Kooperation auf.

Foto: Martin Schutt

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) hat die per Rechtsverordnung festgeschriebene Facharztquote als wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung in Thüringer Krankenhäusern verteidigt. „Sie stellt thüringenweit den Anspruch der Patientinnen und Patienten auf eine qualitativ gute Behandlung sicher. Bezüglich des ärztlichen Personals arbeiten zukünftig alle zu gleichen Bedingungen. So kann sich kein Krankenhaus einen betriebswirtschaftlichen Vorteil verschaffen, indem es weniger Ärztinnen und Ärzte einsetzt“, sagte Werner.

Alternativ seien die Kliniken aufgefordert, Kooperationen einzugehen. Werner reagierte damit auf die in der Freitagausgabe dieser Zeitung veröffentlichte Kritik der Krankenkassen, Kliniken würden die Vorgaben nicht konsequent umsetzen.

Mit der Facharztquote wird den Häusern vorgeschrieben, dass pro medizinischer Fachabteilung mindestens 5,5 Stellen für Ärztinnen und Ärzte vorhanden sein müssen, mindestens drei dieser Stellen müssen mit Fachärztinnen oder Fachärzten besetzt sein. Laut Werner habe man bei der Einführung der Facharztquote die besondere Situation des jeweiligen Krankenhauses berücksichtigt. „Die Umsetzung der Vorgaben geht natürlich nicht von heute auf morgen. Deshalb hat die Verord-nung eine einjährige Übergangs-frist und sieht Ausnahmerege-lungen vor, die ausschließlich übergangsweise gelten“, so die Gesundheitsministerin. Auf den Ablauf der Frist würden demnächst alle Krankenhäuser hingewiesen. „Dies bietet ihnen zugleich die Möglichkeit, meinem Ministerium bestehende Unklarheiten mitzuteilen. Ich rate allen Beteiligten, bei der Umsetzung noch mehr miteinander zu kooperieren“, so die Politikerin.

Kritik an der Facharztquote kam gestern einmal mehr von der CDU. „Mit der Facharztquote ist die rot-rot-grüne Landesregierung vorgeprescht, um ja schneller zu sein als alle anderen. Herausgekommen ist ein übereilter und untauglicher, weil schwammiger Schnellschuss, dessen Umsetzung von Anfang an zum Scheitern verurteilt war“, sagt der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christoph Zippel.

Statt alle Kliniken per Quote schematisch über einen Kamm zu scheren und so vor allem auf Strukturqualität zu setzen, fordert Zippel eine stärkere Orientierung an der Ergebnisqualität der Behandlungen. „Entscheidend ist nicht die Zahl der Ärzte, sondern was einzelne Ärzte für die Gesundheit der Patienten leisten“, so der CDU-Vertreter.

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