Höcke will Spitzenkandidatur von Partei-Chefin Petry verhindern

Erfurt. Thüringens AfD-Landesvorsitzender Björn Höcke und Bundeschef Jörg Meuthen wollen die Spitzenkandidatur von Partei-Chefin Frauke Petry bei der Bundestagswahl 2017 verhindern.

Thüringens AfD-Landesvorsitzender Björn Höcke. Archivfoto: Alexander Volkmann

Thüringens AfD-Landesvorsitzender Björn Höcke. Archivfoto: Alexander Volkmann

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Dieses Ziel verfolgt der 43-Jährige Höcke gemeinsam mit dem Co-Vorsitzenden der Bundespartei, Jörg Meuthen aus Baden-Württemberg, und dem stellvertretenden Bundeschef, Alexander Gauland aus Brandenburg.

Petry sei dafür charakterlich nicht geeignet, hieß es bei einem Treffen mit Journalisten am Mittwochabend in Berlin. Meuthen, Gauland und Höcke hatten dazu eingeladen. Petry und andere Mitglieder des Bundesvorstands waren über diese Zusammenkunft nicht informiert worden.

Höcke und Meuthen gegen AfD-Spitzenkandidatur Petrys

Ob Höcke selbst eine Spitzenrolle auf Bundesebene in Berlin zufallen soll, ist nicht unwahrscheinlich. AfD-Bundeschef Meuthen schloss für sich selbst eine Spitzenkandidatur aus. „Ich kritisiere Frauke Petry nicht, um selber Spitzenkandidat zu werden“, sagte der Wirtschaftsprofessor am Donnerstag unserer Zeitung. „Ich beabsichtige nicht, die Spitzenkandidatur für mich selbst in irgendeiner Form anzustreben. Ich möchte fünf Jahre hier in Stuttgart bleiben.“

Ganz anders äußerte sich Meuthen über den 75-jährigen Gauland, der wegen seiner Bemerkungen über Fußballnationalspieler Jerome Boateng bundesweit Kritik auf sich gezogen hat. „Wenn man ein gutes Team um ihn herum bastelt, ist eine Spitzenkandidatur von Herrn Gauland durchaus vorstellbar“, sagte Meuthen. Allerdings: „Gauland und Petry als Team, das geht nicht.“

Auf die Frage nach einem Spitzenduo aus Gauland und Höcke sagte Meuthen: „Jetzt sind wir genau bei den Fragen, über die ich heute nicht sprechen möchte.“

Höcke erwägt Wechsel zur Bundespolitik

Höcke selbst erwägt ernsthaft einen Wechsel in die Bundespolitik, offiziell ist das aber noch nicht. „Björn Höcke will sich das in der Sommerpause überlegen“, teilte Fraktions-Vize Stephan Brandner mit. Höcke stand für ein Gespräch am Donnerstag nicht zur Verfügung.

In anderen AfD-Landesverbänden würde man den Wechsel auf die Bundesebene begrüßen. „Ich sehe Herrn Höcke in Berlin und nicht in Erfurt“, sagte das Mitglied eines Landesvorstandes. „Herr Höcke wirkt bundesweit. Er ist unser Rechtspfosten in den neuen Ländern. Herr Höcke bindet etwa ein Drittel unserer Wähler, aber eben auch nur ein Drittel. In einem Team wäre er gut untergebracht.“

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