Knappe Zustimmung zum Abriss des einstigen Hotels „Fürstenhof“

Eisenach  Bauausschuss gab mehrheitlich sein Einverständnis für Vorhaben in der Südstadt. Umstritten bleiben Eckgebäude zur Luisenstraße und Casino

Der Eigentümer des vormaligen Hotels „Fürstenhof“ will die oberste Etage des früheren Casinos (im Bild) abreißen laasen. Denkmalschützer halten dieses jedoch für erhaltenswert. Foto: Sascha Willms

Der Eigentümer des vormaligen Hotels „Fürstenhof“ will die oberste Etage des früheren Casinos (im Bild) abreißen laasen. Denkmalschützer halten dieses jedoch für erhaltenswert. Foto: Sascha Willms

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Mehrheitlich hat der Bauausschuss zugestimmt, dass der Eigentümer des „Fürstenhofes“ nach Teilabrissen in der Luisenstraße sechs Stadtvillen bauen darf. Die Geschossigkeit richtet sich nach der umgebenden Bebauung.

Geplant sind vier Häuser mit drei Etagen und zwei mit zwei Geschossen. Die Erschließung soll über eine interne Straße als privater Weg erfolgen.

Es handelte sich um eine Bauvoranfrage, für die seitens der Stadtverwaltung eine Zustimmung mit Auflagen empfohlen wurde. Bereits entschieden ist, dass die sogenannte Bornemannsche Villa mit Anbau, die das Erscheinungsbild des früheren Hotels zur Stadt und Wartburg prägt, erhalten bleiben muss. Für die Sanierung sollen Fördermittel beantragt werden. Abgerissen werden dürfen hingegen der Saal, ein Verbindungsbau und die Grottenbar (unsere Zeitung berichtete).

Kritik an Versteigerung von Lampen und Parkett

Noch strittig ist das Gebäude an der Ecke zur Luisenstraße, das der Eigentümer ebenfalls abreißen möchte. Die Stadtverwaltung hat ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben, das noch nicht endgültig ausgewertet ist, wie Kerstin Menge, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung, im jüngsten Bauausschuss informierte. Auch die oberste Etage des früheren Casinos, das die Waisenstraße prägt, will der Besitzer abreißen lassen. Die Bauvoranfrage werde unter Ausklammerung dieser beiden noch stritten Punkte beschieden, betonte Arno Minas, Leiter des Bau- und Umweltamtes.

Max von Trott, sachkundiger Bürger im Ausschuss, wollte wissen, wie sich das Landesamt für Denkmalpflege positioniert. Gerade das Obergeschoss des Casinos ist seiner Auffassung nach nicht so baufällig wie andere Gebäudeteile und sollte erhalten werden. Minas verwies darauf, dass die Bauvoranfrage nicht auf das Denkmalrecht abzielt. Ein Abriss des Eckgebäudes an der Luisenstraße sei noch nicht beantragt und der Zustand des Casinos nicht abschließend beurteilt. Man wolle dem Investor aber ein Signal geben, dass er weiter planen kann. Denn um Zuschüsse beantragen zu können, brauche es ein Gesamtkonzept. „Wir müssen zu Stuhle kommen“, sagte Ausschussvorsitzender Dieter Suck (CDU). Sonst werde alles noch baufälliger. Drei Ausschussmitglieder stimmten für die Voranfrage, zwei enthielten sich.

Denkmalschützer kritisieren, dass der Eigentümer unter anderem Parkett und Lampen im Internet versteigert. Man solle doch sichern und wiederverwenden. Dazu hieß es aus dem Rathaus: Der „Fürstenhof“ wurde 2004 von der Denkmalliste gestrichen und ist kein Einzeldenkmal mehr. Dies gelte auch für vorhandene Einrichtungen und Ausstattungen, die dem Besitzer der Immobilie gehören.