KZ-Gedenkstätte Buchenwald: Polizei stoppt Höcke an Zufahrt

Weimar  Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Buchenwald erteilten dem umstrittenen Chef der Thüringer AfD-Landtagsfraktion, Björn Höcke, ein schriftliches Hausverbot.

Nach seiner umstrittenen Rede in Dresden hat die Gedenkstätte Buchenwald Björn Höcke am Freitag den Zutritt zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus verwehrt. Foto: Michael Grübner

Nach seiner umstrittenen Rede in Dresden hat die Gedenkstätte Buchenwald Björn Höcke am Freitag den Zutritt zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus verwehrt. Foto: Michael Grübner

Foto: zgt

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald hat dem umstrittenen Chef der Thüringer AfD-Landtagsfraktion, Björn Höcke, Hausverbot erteilt. Höcke wurde kurz vor 14 Uhr von der Polizei bei der Zufahrt zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus gestoppt. Mitarbeiter der Gedenkstätte händigten ihm das schriftliche Verbot aus.

Die AfD-Abgeordneten Corinna Herold und Olaf Kießling stiegen aus dem Wagen aus und nahmen an der Gedenkfeier teil. Höcke betonte, er sei Landtagsabgeordneter, dennoch wurde ihm das Betreten des Geländes untersagt. Nach Angaben eines Gedenkstättenmitarbeiters kritisierte Höcke, dass ein Tag, der dem Gedenken gewidmet sei, zur politischen Auseinandersetzung um seine Person missbraucht werde. Anschließend fuhr Höcke wieder ab.

Die Gedenkstätte begründete diese Maßnahme mit dem Stiftungszweck. Buchenwald sei ein Ort der Trauer und des Gedenkens, der durch Höckes Provokationen nicht gestört werden solle. Das Hausverbot war schriftlich vorbereitet worden. Erst ab 15.30 Uhr darf der AfD-Chef das Gelände wieder besuchen.

Mitarbeiter der Gedenkstätte waren an mehreren Zufahrten postiert. Polizeibeamte standen in Bereitschaft, falls Höcke dem Hausverbot nicht gefolgt wäre.

Die Gedenkstättenleitung hatte dem Rechtspopulisten bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass er wegen seiner Forderung nach einer 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur beim Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem ehemaligen Lagergelände unerwünscht sei.

Gemeinsam mit Überlebenden gedachten Ministerpräsident Bodo Ramelow, Innenminister Holger Poppenhäger sowie Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften, unter anderem Suleman Malik von der Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde, während der Kranzniederlegung der zahlreichen Holocaust-Opfer. In seiner Rede erinnerte der Stiftungsdirektor Rikola-Gunnar Lüttgenau an das Leiden der Häftlinge, vor allem in den letzten Kriegsmonaten, im sogenannten Kleinen Lager: „Wir gedenken hier mit Euch und nicht mit Herrn Höcke, dem wir den Zutritt zur Gedenkstätte verwehren mussten.“