Nach Gewaltexzess in Jena: Polizeigewerkschaft fordert Stadionverbot für Ultras

Jena  Ein bundesweites Stadionverbot für sogenannte Ultras fordert der Thüringer Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft. Vor dem Spiel des FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München durchbrachen Fans eine Polizeikette, dreizehn Beamte wurden verletzt.

Vor dem Fußball-Drittligaspiel in Jena setzte die Polizei den Wasserwerfer ein.

Foto: Christoph Worsch

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Nach den Angriffen gegen Polizeibeamte beim Fußballspiel des FC Carl Zeiss Jena fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ein Stadionverbot für sogenannte Ultras.

„Es muss ein bundesweites Stadionverbot für Ultras geben. Sie sind nur darauf aus, brutale Gewalt zu verüben“, sagte Thüringens DPolG-Landesvorsitzender Jürgen Hoffmann unserer Zeitung. „Es hätte an diesem Wochenende in Jena ganz sicher auch Tote gegebenen, wenn die Körperschutzausrüstung unserer Polizei nicht so hervorragend wäre.“ Zwei Polizeibeamte hätten ein Schädelhirntrauma erlitten.

Festgenommen wurde bislang ein aus der Schweiz angereister Ultra , der in Jena mit einem schweren Kantholz Richtung Polizei geworfen hatte. Ermittelt werden konnte die Person, weil sie auf einem Video identifizierbar werden konnte.

„Er hat sich offenbar nicht schnell genug vermummt“, sagte Hoffmann. „Wer sich vermummt, tut dies, weil er Straftaten begehen will – und um nicht gefasst zu werden.“

Innenminister Georg Maier hat sich derweil in einem Mitarbeiterbrief an die beim Fußballspiel eingesetzten Polizistinnen und Polizisten gewandt und den verletzten Beamtinnen und Beamten eine schnelle Genesung gewünscht.

Maier zeigt sich entsetzt über die den Beamten entgegengebrachte Gewalt. „Bei aller Freude über den sportlichen Erfolg von Carl Zeiss Jena hat Gewalt im Umfeld von Sportveranstaltungen nichts zu suchen. Ich fordere den Verein auf, sich deutlicher als bisher von allen gewaltbereiten Fußballfans zu distanzieren“, so der Innenminister.

Er betont, dass die Gewalttäter dem Fußball im Allgemeinen und dem Verein im Besonderen schweren Schaden zufügen. Maier: „Die Bilder die hängen bleiben werden, sind nicht die der freudigen Feier, sondern der Eskalation der Gewalt.“

Der Polizeieinsatz werde im Innenministerium umfassend ausgewertet. Der Innenausschuss des Thüringer Landtags werde sich auf Initiative des Innenministeriums in der nächsten Sitzung mit den Geschehnisse befassen.

Maier unterstreicht, dass alle Polizistinnen und Polizisten einen wertvollen Einsatz zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger leisten und dankt ihnen dafür, dass Sie jeden Tag mit ganzer Kraft diesen verantwortungsvollen Beruf ausüben. „Mir ist sehr wohl bewusst, dass Sie täglich Ihre Gesundheit für andere aufs Spiel setzen.“

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