Thüringer AfD-Chef Höcke unter Beschuss: Bundesspitze rügt Aussagen zur NPD

Michael Backfisch
„Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann“, hatte Höcke im Interview mit unserer Zeitung gesagt. Foto: Sascha Fromm

„Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann“, hatte Höcke im Interview mit unserer Zeitung gesagt. Foto: Sascha Fromm

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Erfurt  Erfurt. Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gerät wegen seiner NPD-Äußerungen unter massiven Beschuss aus der Bundesspitze und mehreren Landesverbänden seiner Partei.

Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gerät wegen seiner NPD-Äußerungen unter massiven Beschuss aus der Bundesspitze und mehreren Landesverbänden seiner Partei. Höcke hatte in einem Interview mit unserer Zeitung gesagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann.“

Alexander Gauland, AfD-Vorsitzender in Brandenburg sowie Vize-Sprecher der Bundespartei, sagte der TA: „Die NPD ist in ihrer Gesamtheit eine extremistische Partei und kein Gesprächspartner der AfD.“ Frauke Petry, AfD-Chefin in Sachsen und eine der drei Sprecher der Bundespartei, erklärte: „Höcke hat mit seinen Äußerungen Grenzen überschritten.“

Marcus Pretzell, AfD-Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen und Europaabgeordneter, betonte: „Die Aussagen offenbaren Höckes fehlendes politisches Urteilsvermögen.“ Aus guten Gründen würden Ex-Mitglieder der NPD nicht in die AfD aufgenommen. Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch unterstrich: „Den Extremismus auch für einzelne Mitglieder der NPD infrage zu stellen, hat in der AfD keinen Platz.“

Vor allem die Kritik der ostdeutschen AfD-Chefs kommt überraschend. Bislang galten Petry, Gauland und Höcke als die Aushängeschilder des nationalkonservativen Flügels der AfD.