Mann überfährt wohl absichtlich Polizisten - Beamter schwer verletzt - Täter gefasst

Apolda.  Ein Polizeibeamter wurde bei einem Einsatz in Apolda überfahren und schwer verletzt. Die Polizei geht von Vorsatz aus. Der Innenminister reagiert fassungslos.

Eine Verfolgungsjagd endete in Apolda mit einem schwer verletzten Polizisten. Die Polizei leuchtete den Unfallort in der Weilandstraße mit einem Scheinwerfer aus.

Eine Verfolgungsjagd endete in Apolda mit einem schwer verletzten Polizisten. Die Polizei leuchtete den Unfallort in der Weilandstraße mit einem Scheinwerfer aus.

Foto: Stefan Eberhardt

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Ein Polizist ist bei einer Verkehrskontrolle in Apolda am Donnerstagabend überfahren und dabei schwer verletzt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Verdächtige Donnerstagnacht mit seinem roten VW mit Absicht zweimal beim Rückwärtsfahren gezielt auf den Beamten zugesteuert ist. Dabei sei er dem Polizisten über die Beine gefahren. Der Polizist musste schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Update: Der Täter wurde von der Polizei am 27. Juni gefasst. Die Einzelheiten lesen Sie hier.

Die Polizei geht bei der Tat von einen Vorsatz aus, sagte eine Sprecherin dieser Zeitung. Nach Informationen dieser Zeitung war der Tatverdächtige zur Fahndung ausgeschrieben.

Update: Der flüchtige Täter konnte festgenommen werden

Polizei kennt Täter und geht von Vorsatz aus

Der Pkw-Fahrer konnte danach flüchten. Nach ihm wurde mit Hochdruck gefahndet. Ein Hubschrauber der Polizei war dafür auch in der Nacht über Apolda und der Umgebung im Einsatz. Der gesuchte Mann sei der Polizei bekannt - auch wegen anderer Straftaten. Am Samstagnachmittag konnte er in Closewitz bei Jena von der Polizei festgenommen werden. Er war offenbar auf dem Weg in Richtung seiner Wohnung in Jena unterwegs. Aufgrund der Hitze war er laut Polizei stark dehydriert. Die Kriminalpolizei Weimar hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Am Sonntag soll der Mann einem Haftrichter vorgeführt werden.

Innenminister reagiert fassungslos

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) reagierte fassungslos: "Ich bin fassungslos. Eine abscheuliche und gewissenlose Tat. Ich hoffe der Täter wird schnell ermittelt", erklärte er auf dem Kurznachrichten-Dienst Twitter:

Gewerkschafts-Chef: Ermittlungen wegen versuchter Tötung einleiten

„Ein zweites Mal rückwärts auf einen Polizeibeamten zusteuern, ist keine Fahrlässigkeit mehr“, stellt Kai Christ, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), am Freitag gegenüber dieser Zeitung klar. Er erwarte, dass wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt werde.

Zwar sei die Zahl der Angriffe auf Polizisten in Thüringen leicht rückläufig, dafür habe sich die Brutalität erhöht. „Absichtlich zweimal gezielt auf einen Beamten zuzufahren, ein Auto als Waffe zu benutzen, ist eine Situation, die wir so noch nicht kannten“, betont er.

Gewerkschaft: Sehr erfahrener Polizist

Nach seinen Worten hat der betroffene Beamte viel Erfahrung mit derartigen Verkehrskontrollen und Anhaltesituationen. Zum Gesundheitszustand des verletzten Polizisten konnte die GdP keine Angaben machen.

Kai Christ fordert verstärkte Bildung und Aufklärung über die Polizei. Derartige Gewalt sei kein Weg, Konflikte zu lösen.

So lief der Polizeieinsatz ab

Der Mann wurde mit seinem Pkw Donnerstagnacht gegen 22 Uhr von Polizisten gestoppt und sollte kontrolliert werden. Der Fahrer konnte aber mit seinem roten VW entkommen und flüchtete stattdessen durch Apolda. Dabei habe er mehrere rote Ampeln missachtet, teilte die Polizei mit.

Die Beamten hätten den Verdächtigen vorübergehend aus dem Blick verloren, spürten sein Fahrzeug aber wieder auf und konnten es doch noch stoppen. Bei der nachfolgenden Kontrolle soll der mutmaßliche Angriff auf den Beamten erfolgt sein. Durch den Unfall wurde auch das Magazin der Waffe auf der Straße verteilt, welches später wieder eingesammelt wurde.

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