Apolda: Qualifizierte Bewerbungen nehmen ab

Apolda  Im „Hotel am Schloß“ in Apolda bleiben in diesem Jahr unfreiwillig fünf Ausbildungsplätze unbesetzt.

Chantal Kirchner und Ioannis Aidinidis mit Ausbilderin Annett Mohring (von links).

Chantal Kirchner und Ioannis Aidinidis mit Ausbilderin Annett Mohring (von links).

Foto: Sascha Margon

Dass Hotelchefin Peggy Lindner dieses Jahr mit Chantal Kirchner lediglich eine neue Auszubildende im „Hotel am Schloß“ zum Start in das neue Ausbildungsjahr am 1. August begrüßen durfte, hat verschiedene Ursachen. An freien Ausbildungsstellen mangelt es jedenfalls nicht.

In der Regel wurden in den vergangenen Jahren im Hotel jährlich sechs neue Azubis begrüßt. Die verteilten sich auf die drei Ausbildungszweige: Hotelfachkraft, Koch und Restaurant. So hätte es auch in diesem Jahr sein können. Schließlich braucht auch ein Hotel qualifizierten Nachwuchs, der vorzugsweise lieber im eigenen Haus groß wird und mit der abgeschlossenen Ausbildung quasi schon zur Familie gehört. Auch deshalb hat das Hotel aus dem letzten Ausbildungszyklus insgesamt vier Köche und Restaurantfachkräfte ins 40-köpfige Stammteam gern übernommen.

Dabei lagen auf dem Schreibtisch der Hotelchefin zahlreiche Bewerbungen für eine Ausbildung im Hotel. Die kamen allerdings zum großen Teil aus dem Ausland. Vor allem aus Syrien und Marokko, erinnert sich Peggy Lindner. Eine solche Bewerbung professionell einzuschätzen, sei äußerst schwierig, wenn sich die Person nicht einmal persönlich vorstellen kann. Sprachschwierigkeiten, nicht erteilte Aufenthaltsgenehmigungen oder ethnische Befindlichkeiten seien für die Arbeit im Hotelgewerbe manchmal eine weitere Hürde, die nicht einfach überwunden werden kann, wie Beispiele belegen. Und wie sieht es mit Bewerbungen aus der Region aus? Auch dies gestaltet sich seit Jahren immer schwieriger, ist zu erfahren.

Meist scheitere es schon an einer qualifizierten Bewerbung, vom Bewerbungsgespräch einmal ganz abgesehen. Gerade deshalb habe man sich nun entschlossen, die Tatsache hinzunehmen und nur noch nach eigenem Bedarf auszubilden. Bestes Beispiel dafür ist der 23-Jährige Ioannis Aidinidis, der in diesem Jahr seine Lehre zum Restaurantfachmann erfolgreich abgeschlossen hat. Nun will er ein weiteres Jahr Schule dranhängen und strebt einen Abschluss zum Hotelfachmann an. Dafür findet er im Haus, mit jeweils einem eigenen Fachausbilder für jeden der drei Bereiche, die beste Bedingungen.

Seine Entscheidung wird er später einmal nicht bereuen. Allein in der Hotel- und Gastrobranche sind nach Angaben der Agentur für Arbeit in der Region aktuell noch 50 Lehrstellen für die Bereiche Hotel- und Restaurantfachkräfte, sowie Köche unbesetzt. Dies sind Fachkräfte, die eines schönen Tages am Arbeitsmarkt fehlen werden.

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