Apoldaer Krankenhaus baut Ausbildung aus

Apolda  Fachleute heranziehen: In der Jenaer Straße 66 kooperiert man längst auch bei Hebammen und Pflege mit Hochschule

Auszubildende werden angeleitet.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Im Robert-Koch-Krankenhaus hat man die wachsende Bedeutung der Ausbildung junger Leute schon vor Jahren erkannt. – Und das zeigt sich nicht nur am neuen, originellen Videofilm, der auf der Internetseite abrufbar ist. Fachkräfte, die möglichst im eigenen Haus ausgebildet werden, auch langfristig zu binden, wird gerade im Pflegebereich immer wichtiger. Der Markt ist bekanntlich eng. Kein Wunder also, dass Geschäftsführer Uwe Koch und Pflegedienstleiterin Uta Ducke da einen Schwerpunkt sehen.

Konkret erkennbar ist das etwa in einer Kooperation mit der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Die läuft seit einigen Jahren erfolgreich. Auch erhält das Krankenhaus noch mehr Bewerbungen, als Ausbildungsstellen verfügbar sind. Aber für die Zukunft muss trotzdem vorgebaut werden.

So können die Studierenden in Jena einen ausbildungsintegrierten Bachelorstudiengang „Pflege“ belegen, die Praxis im Krankenhaus in Apolda absolvieren. Nach drei Jahren steht das berufliche Examen zum Gesundheits- und Krankenpfleger an, im vierten Jahr der Abschluss Bachelor of Science.

Auf einem weiteren Feld ist das möglich: In einem ebenfalls dualen Studium Geburtshilfe/Hebammenkunde nämlich erwerben die Studierenden an der Hochschule das theoretische Rüstzeug. Die klinische Praxis hingegen absolvieren sie wiederum in Apolda. Dass die Praxisanleitung entscheidende Bedeutung für die Bindungskraft ans Haus hat, weiß Uta Ducke. Die Aktivitäten seien Teil „perspektivischer Personalentwicklung“.

Ducke verweist darauf, dass es nach dem 3. Studienjahr nach Erhalt des beruflichen Examens möglich ist, bis zu 50 Prozent in einem Angestelltenverhältnis am Krankenhaus zu arbeiten und so weiter Berufspraxis zu bekommen.

Der Hintergrund der Kooperation mit der Hochschule ist folgender: Ab dem nächsten Jahr ist die Hebammenausbildung „akademisiert“. Das sei in vielen anderen EU-Staaten sei Jahren schon so, erklärt Ducke. Dort fände das jedenfalls an den Hochschulen statt. 2018 entschied das Bundesgesundheitsministerium vor dem Hintergrund einer EU-Richtlinie dann, künftig das duale Studium für Hebammen einzuführen.

Dass das so gehandhabt wird, hält Uta Ducke für sehr sinnvoll. Hebammen würden sehr selbstständig und unabhängig arbeiten. Gerade deshalb müssten sie über ein umfangreiches Wissen verfügen, auch über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse informiert sein. Und: Auch in diesem Berufsfeld sei der Dokumentationsaufwand groß.

Ähnlich sei das bei der Pflege. Ergänzend zur generalistischen Pflegeausbildung ab 2020 wird es den Weg in den Pflegeberuf auch über die akademische Qualifizierung geben. Deshalb werde auch hier die Kooperation mit der Ernst-Abbe-Hochschule weitergeführt.

Laut Ducke erhalten ab 2020 alle Auszubildenden in der Pflege zunächst eine zweijährige „generalistische Ausbildung“. Im dritten Ausbildungsjahr können sie eine Vertiefungsrichtung in der Praxis wählen – so auch die Vertiefung der generalistischen Ausbildung, die das RKK anbieten wird. Am Ende steht der Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Vorteilhaft sei die Generalistik, weil die Mitarbeiter für die Pflege und Betreuung für Menschen aller Altersgruppen einsetzbar seien, so Ducke weiter. Hintergrund ist das neue Pflegeberufereformgesetz, das ab 2020 gilt.

Das Spektrum dessen, was nach der Behandlung des Patienten kommt, sei erheblich ausgeweitet worden. Der Grad des Administrativen sei erhöht. So gebe es nicht nur neue Gesetze, sondern eben beispielsweise auch ein ausgeklügeltes Entlassungs- und Fallmanagement, mit dem für den Patienten der Übergang von der stationären Behandlung zu weiteren medizinischen, rehabilitative oder pflegerischen Versorgung reibungslos gestaltet werden soll. Derzeit werden im RKK zwei Studenten der Pflege und drei Hebamme-Studentinnen ausgebildet. Bereits vergeben sind die Ausbildungsstellen ab 1. September für zwei weitere Hebammen-Studierende, zwei Pflege-Studierende und zehn Personen in der herkömmlichen Pflegeausbildung.

2019 sind – neu – zwei Ausbildungsplätze für anästhesietechnische Assistenten vorhanden. Einer sei noch frei. Dabei kooperiert man in Jena mit der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales.

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