Apoldaer Modefirma kämpft im Lockdown um ihre Existenz

Apolda  Chefin und Mitarbeiterinnen in Apolda machen Öffentlichkeit auf schwierige Lage aufmerksam.

Katrin Sergejew, Chefin der Apoldaer Firma Kaseee, Malt ein Plakat mit der sie und ihr Team auf die schwierige Lage aufmerksam machen.

Katrin Sergejew, Chefin der Apoldaer Firma Kaseee, Malt ein Plakat mit der sie und ihr Team auf die schwierige Lage aufmerksam machen.

Foto: Mirko Gerwenat

Apolda. Mit der Aktion „Wir kämpfen, damit das Licht anbleibt …“ hat die Apoldaer Textil-Firma Kaseee jüngst unter anderem via Internet auf die äußerst brenzlige Situation aufmerksam gemacht. Das von Katrin Sergejew geführte kleine Modeunternehmen, das sie einst gründete, produziert seit Jahren seine eigenen Kollektionen in Apolda, betreibt zudem in Jena und Weimar jeweils einen Laden.

Die Geschäfte sind durch Corona bedingt geschlossen, was sich auch auf die Produktion auswirkt, weil der Absatz und damit Umsatz ausbleiben. Dass die Situation sehr ernst ist, staatliche Hilfen in diesem Fall im Prinzip nicht greifen, darauf wird via Internet auch mittels einer Leinwand-Kunst-Aktion verwiesen, die Katrin Sergejew mit Pinsel und Farbe bewerkstelligte. Zweck ist es, die Öffentlichkeit auf die Situation der Firma, aber eben auch vieler anderer Unternehmen in ähnlicher Lage aufmerksam zu machen.

Im Vorjahr hatten Katrin Sergejew und ihre Mitarbeiter viele Monate lang Ausdauer bewiesen, engagiert an der neuen Kollektion gearbeitet, Zuversicht verbreitet und trotz erschwerter Bedingungen den Kontakt zu den Kunden gepflegt. Langsam werde die Luft angesichts der andauernden Schließungen aber nun knapp, heißt es.

Deshalb auch beteiligen sich die Apoldaer nun an der Aktion „Wir machen auf -merksam“, die seit Montagvormittag läuft. So wolle man zumindest zeigen, dass man noch da sei.
Die Verbände von Handel und Gastronomie distanzieren sich indes von der Aktion, zur der in sozialen Netzwerken aufgerufen wurde. Sie appellieren an die Unternehmen, sich doch bitte an die behördlich angeordneten Schließungen zu halten. Auch die Apoldaer wollen es bei ihrer Plakataktion belassen.

Ihre Läden und Restaurants für Kunden trotz staatlichen Verbots zu öffnen, dazu werden Inhaber im Zuge der Aktion in sozialen Medien für den 18. Januar aufgerufen.

Zumindest der Online-Shop wird täglich neu mit besonderen Angeboten bestückt. Zudem wendet man sich an andere Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter möglicherweise neue Mund-Nasen-Bedeckungen benötigen. Die würden die Mitarbeiterinnen innerhalb kürzester Zeit anfertigen. Jede Bestellung zähle, heißt es. Unter anderem könnte die Masken mit Firmenlogos bestickt werden und deren Tragekomfort sei weiter verbessert worden, sagt Vertrieblerin Steffi Schröter. Trotz der für alle widrigen Umstände nicht den Mut zu verlieren, dazu wolle man gemeinsam motivieren.