Bad Sulza diskutiert Verbotszone für Feuerwerk an Silvester

Bad Sulza.  Ortschaftsrat und Stadtrat in Bad Sulza diskutieren über Verbotszone für Feuerwerkskörper. Verwaltung soll Machbarkeit prüfen.

Geht es nach dem Wunsch der Bürger der Innenstadt von Bad Sulza, soll der Bereich um den Markt eine Böller-freie Zone werden (Symbolfoto).

Geht es nach dem Wunsch der Bürger der Innenstadt von Bad Sulza, soll der Bereich um den Markt eine Böller-freie Zone werden (Symbolfoto).

Foto: Tobias Kleinschmidt

Geliebt oder gehasst – auch in der Kurstadt gehen die Meinungen über den privaten Einsatz von Feuerwerkskörpern in der Silvesternacht auseinander. Doch die Ablehnung der Knallerei im Herzen der Kurstadt nimmt zu. Und das könnte weitreichende Folgen für die nächsten Neujahrswechsel haben.

Begonnen hatte die politische Debatte im Ortschaftsrat. „Bürger gaben teils sehr dramatische Schilderungen ab und das nicht nur aus einer Ecke“, erinnert sich Eckart Behr, der stellvertretende Ortschaftsbürgermeister von Bad Sulza.

Häuserreihen bilden einen Kessel im Zentrum

Im Aufbau des Zentrums liegt eine der Hauptursachen dafür. So bildet die Bebauung an der Oberen und Unteren Marktstraße eine Art große Mauer um die Rathausinsel. Die Fassaden verjüngen sich zur Ludwig-Wiegand-Straße hin. Im Ergebnis hallen die Explosionen von Böllern besonders stark und ziehen die Rauchwolken von gezündetem Feuerwerk besonders schlecht ab.

Gefährlicher ist aber die Dichte der Bebauung und die Enge des Areals. Auch gibt es schwer einsehbare Gebäudewinkel, in denen Feuer entstehen und sich dann von Haus zu Haus ausbreiten können. In den vergangenen Jahren soll es wiederholt Vorfälle gegeben haben, bei denen Anrainer fehlgeleitete Feuerwerkskörper unschädlich machen mussten und so möglicherweise schwere Gebäudebrände verhinderten.

Natürlich gäbe es auch ökologische Gründe, das Tierwohl oder die Vermeidung von unschönen Müllbergen am Neujahrstag in der Innenstadt, die für die etwa 100 Meter lange Verbotszone von der Verbindungsstraße Markt bis zum Beginn der Ludwig-Wiegand-Straße sprächen, so Behr.

Möglichkeiten für eine Verbotszone juristisch prüfen

Im Stadtrat wurde die Diskussion dann am vergangenen Donnerstag fortgesetzt. So erklärte Amtsleiter Jörg Hammer, dass eine Lösung bis zum bevorstehenden Jahreswechsel in der Kürze der Zeit nicht möglich sei, aber dass das Votum für den Prüfauftrag nicht folgenlos bleibe.

So könnten am 31. Dezember Luftproben genommen werden, um die Belastung mit Feinstaub im Luftkessel zu messen. Ein andere rechtliche Legitimation könnte über den Denkmalschutzstatus des Rathauses oder über den nötigen Mindestabstand der Menschen beim Zünden bestimmter Feuerwerkskörper erzielt werden. Falls keine juristisch haltbare Begründung gefunden werden kann, soll zumindest ein alternativer Ort zum gemeinsamen Feuerwerken beworben werden – etwa die Wehrwiese.

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