Bad Sulza setzt beim Gesundheitstourismus auf Wohnmobile

Die Kurstadt Bad Sulza setzt beim Gesundheitstourismus nun verstärkt auf die Besatzungen von Wohnmobilen. Ein Stellplatz in guter Lage soll noch dieses Jahr ausgebaut und übergeben werden.

Acht Stellplätze für Wohnmobile sollen neben dem Gradierwerk entstehen. Foto: Sascha Margon

Acht Stellplätze für Wohnmobile sollen neben dem Gradierwerk entstehen. Foto: Sascha Margon

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Bad Sulza. In Kreisen der Wohnmobilisten hat es sich längst herumgesprochen: Kuren und Wohnmobilurlaub passen wunderbar zusammen. Im niederbayrischen Bäderdreieck Bad Kissingen, Bad Neustadt, Bad Königshofen haben die Gemeinden beziehungsweise Kureinrichtungen direkt an den Thermen Wohnmobilstellplätze eingerichtet. Bad Sulza fristet in dieser Frage ein Schattendasein. Noch.

Der einzige bislang offizielle Stellplatz war der auf der Wehrwiese. Doch abgesehen von der engen Anfahrt, die vor allem die Fahrer von "Dickschiffen" ins Schwitzen brachte, fanden Wohnmobilisten auf der Wehrwiese nur Wiese vor - und keinerlei Infrastruktur. Zwei weitere Plätze - der an der Therme und der nahe der Jugendherberge - konnten als Parkplätze genutzt werden, waren aber ebenfalls für die Übernachtung denkbar ungeeignet.

Die Kurgesellschaft will nun Abhilfe schaffen und hat dafür einen idealen Standort gefunden. Zwischen Gradierwerk und Freibad soll noch in diesem Jahr ein Wohnmobil-Stellplatz für acht Fahrzeuge entstehen. Die Fläche ist schon abgemessen und auch entsprechend geeignet, sagt Geschäftsführer Jörg Hanf. Auch die entsprechenden Angebote für die baulichen Veränderungen sind von den Firmen schon eingeholt. So soll eine Säule mit acht Stromanschlüssen dafür sorgen, dass die Wohnmobilisten nicht auf Bordbatterie oder Solaranlage angewiesen sind. Gedacht wurde ebenfalls an eine Ver- und Entsorgungsstation, wo die Touristen ihren Abwassertank und die Fäkalienkassette entleeren beziehungsweise Frischwasser tanken können. Das Ganze wird sich einigermaßen preiswert bauen lassen, kalkuliert die Kurgesellschaft - die notwendigen Versorgungsleitungen liegen alle in der Nähe.

Allerdings gibt es einen kleinen Haken bei der Geschichte. Die Kurgesellschaft baut "auf eigene Kappe" und die Parkplätze gehören der Stadt. "Wir können als Kurgesellschaft nicht über die Flächen der Stadt verfügen", weiß auch Jörg Hanf, weswegen es heute eine Beratung mit dem Bürgermeister zum Stand der Dinge geben wird. Schließlich muss auch der Stadtrat dem Ansinnen zustimmen. Das dürfte den Räten nicht schwer fallen – diese Aufwertung des Tourismusstandortes Bad Sulza kostet die Stadt keinen Pfennig, da die Kurgesellschaft den Platz finanzieren will. Allerdings werden zusätzliche Ausweichflächen benötigt - der neue Wohnmobilstellplatz nimmt den Schwimmbadbesuchern Parkplätze weg.

Apropos Schwimmbad: Die Nähe des Freibades ist nicht der einzige Pluspunkt für den künftigen Standort. Freibad und Gradierwerk nebenan, Toskana-Therme und Sonnenburg nur einen Fußweg entfernt und selbst das Weingut in Sonnendorf ist via Sonnenburg noch zu Fuß zu erreichen. Das sind Magnete, die die mobilen Reisenden anziehen. Nicht zu vergessen dabei ist der Ilmtal-Radwanderweg, der direkt vor der Tür des Wohnmobils vorbeiführt. Der Anschluss an den Saale-Radweg ist nicht weit und via Auerstedt ist man auch schnell an der Rad-Acht, die den Südosten Sachsen-Anhalts durchzieht. Einen besseren Platz hätte man in Bad Sulza wirklich nicht finden können.

Die Investitionen sind für Hanf noch nicht wirklich überschaubar, den einen oder anderen Posten will er durchaus noch einmal durchrechnen lassen. Auch in Sachen Gebühren für den künftigen Platz möchte sich der Kurdirektor noch nicht festlegen. Sie sollen aber so gestaltet sein, dass sich der Platz zum einen selbst trägt und das zum anderen die Wohnmobilreisenden auch angelockt werden. Wenn die Kurgesellschaft dabei nicht den gleichen Fehler wie viele andere Stellplatzbetreiber in der Region begeht - mit Gebühren bis zum dreifachen der in den alten Bundesländern üblichen Sätzen die Gäste zu verschrecken -, dann könnte die Rechnung auch rasch aufgehen.

Auch ein bisschen Zukunftsmusik deutet Hanf an. So könnte er sich zwischen Gradierwerk und Freibad auch noch Sanitäreinrichtungen vorstellen. Zudem ist der Emsenbach zwischen der Pension Weichelt und dem Ilmwehr in diesem Bereich verrohrt - man müsste ihn nur öffnen, um einen weiteren Pluspunkt zu kassieren.

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