Bis zu einem Meter stand das Wasser in Bad Berka und Troistedt

Bad Berka (Landkreis Weimarer Land). Es waren Szenen, die an die schweren Unwetter vom Juni vergangenen Jahres erinnerten. Die Wolken öffneten gegen 14.30 Uhr ihre Schleusen - und das Unheil nahm seinen Lauf. So traf es auch wieder die Kurstadt Bad Berka.

Mitten im Ortskern Troistedts hatte das Wasser so viel Kraft entwickelt, dass es einen Audi A4 mitriss. Erst einige Meter "flussabwärts" blieb das Auto in einem Zaun hängen. Foto: Stefan Eberhardt

Mitten im Ortskern Troistedts hatte das Wasser so viel Kraft entwickelt, dass es einen Audi A4 mitriss. Erst einige Meter "flussabwärts" blieb das Auto in einem Zaun hängen. Foto: Stefan Eberhardt

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Durch die Seitenstraßen bahnte sich die braune Brühe seinen Weg und floss auf der B85 in Höhe Tiefengrubener Straße zu einem reißenden Strom zusammen. Autos versuchten anfangs noch, durch das Wasser zu kommen, gaben jedoch nach wenigen Metern klein bei. Jetzt mussten die Fahrer zuschauen, gefangen wie auf einer kleinen Insel.

Entlang des Brühls ergossen sich die Massen weiter in Richtung Brauhaus. Hier versuchten Feuerwehr und Angestellte, mit Tischen und Blumenkübeln Herr der Lage zu werden und die Massen in Richtung "Klein Venedig" zu lenken. Ein wenig half dieser Versuch, doch ergossen sich auch Teile des Stroms in die Bleichstraße. Verglichen mit dem Juni-Unwetter des vergangenen Jahres kann aber gesagt werden, dass die Bad Berkaer mit einem blauen Auge davonkamen.

Nicht so einen Ort weiter - Troistedt hatte es unvergleichbar stark erwischt. Autofahrer, die auf der Landstraße durch den Ort wollten, mussten ihre Fahrt zwangsläufig am Ortseingang beenden. Feuerwehr und Polizei mussten die Ortsdurchfahrt für mehrere Stunden sperren, da sich das Wasser seinen Weg von den umliegenden Feldern in das Örtchen suchte und ihn größtenteils überflutete. Im Ortskern stand die braune Brühe über einen Meter hoch in den Gassen. Hilflos schöpften Anwohner den ungeliebten Gast mit Kehrschaufeln und Eimern aus den eigenen vier Wänden.

So auch Manfred Zwinkmann, den das Wasser wie auch alle anderen Einwohner überraschte. "Als ich die Sirene hörte, sind wir runter und sahen schon die Wassermassen kommen. Wir hatten keine Chance. Das Wasser kam durch den Boden ins Haus, wir waren machtlos." Zwinkmann sieht das Problem vor allem in der in den 1990ern neu gebauten Hauptstraße, die durch den Ort führt. "Die wirkt wie ein Damm, wo soll das Wasser denn jetzt noch hin?", so Zwinkmann frustriert.

Mitten im Ortskern war die Situation noch aussichtsloser - hier hatte das Wasser so viel Kraft entwickelt, dass es zum Beispiel einen Audi A4 mitriss. Erst einige Meter "flussabwärts" blieb das Auto in einem Zaun hängen.

Die Krone des Unwetters setzte letztendlich ein Blitzschlag auf, der in das Gotteshaus der Troistedter einschlug. Doch hier hatten sie Glück, lediglich eine Lampe samt Fassung ist nach ersten Erkenntnissen zersprungen. Im Nachbarhaus sollen die Blitzschlagschäden weitaus größer sein, hier sind nach Informationen der Feuerwehr auch Kabel aus den Wänden gerissen worden.

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