Christi Himmelfahrt im Weimarer Land mit Auflagen

Landkreis.  Trotz Corona wurde am Donnerstag im Land unbeschwert gefeiert, wenngleich weniger als sonst. Polizei und Ordnungsamt melden: keine besonderen Vorkommnisse!

In Kapellendorf startetet der Himmelfahrtstag bei einem Gottesdienst im Grünen mit Pfarrer Aaron Rogge.

In Kapellendorf startetet der Himmelfahrtstag bei einem Gottesdienst im Grünen mit Pfarrer Aaron Rogge.

Foto: Sascha Margon

Der Himmelfahrtstag 2020 wird wohl manch einem lange in Erinnerung bleiben. Zumindest dürfte es jenen so gehen, die in diesem Jahr Dank Corona auf ihrer übliche Runde entlang der einschlägigen Lokalitäten verzichtet und statt dessen eine ruhige Kugel im heimischen Gefilde geschoben haben. Dank angekündigter Kontrollen der Ordnungsämter und Polizei im Vorfeld war es nicht überraschend, dass die üblichen Bollerwagenrunden und Herrenrunden so gut wie gar nicht zu entdecken waren, wenngleich es auch ein paar Ausnahmen gab. Zudem hielten zahlreiche Vereine und Wirte ihre Lokale geschlossen und verzichteten wegen der Auflagen auf den diesjährigen Feiertag. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Dennoch gab es Land auf Land ab zahlreiche Möglichkeiten, den Tag mit etwas Gemütlichkeit zu genießen. So geschehen etwa auf der Mühleninsel in Eberstedt. Dank des weitläufigen Geländes und guter Vorbereitung hatten die Gäste hier genügend Platz, um allen Auflagen gerecht zu werden. Das hatten nicht nur am Tag selbst, sondern auch im Vorfeld das Ordnungsamt der Stadt Bad Sulza in Augenschein genommen.

Für die Pächterinnen Neža Torkar und Maja Pernus war der Tag deshalb eine besondere Herausforderung. So mussten die beiden Geschäftspartnerinnen unter anderem auf die eigenen Freunde und Familie zurückgreifen, um die zahlreichen Stände, die im Sinne der Auflagen für eine Weitläufigkeit sorgen sollen, mit Personal abzudecken.

Nicht nur in Eberstedt war am am Feiertag zu beobachten, dass vor allem zahlreiche Familien und kleinere Gruppen unterwegs waren. Dieses Bild bestätigte auch die Polizeiinspektion in Apolda, deren Beamte über den Tag regelmäßig durch den Kreis und durch die Glockenstadt Streife gefahren waren. Auf Nachfrage hieß es gestern dazu: keine besonderen Vorkommnisse!

Auch Andreas Tittmann vom Birkenhof in Kleinromstedt baute bei seinem Personal ganz auf die Unterstützung des engsten Familienkreises. Nach mehrwöchiger Schließung, in der nur noch die Pension für nichttouristische Übernachtungen ein wenig Geld in die Kasse gespült hatte, eine notwendige Konsequenz, um Personalkosten zu minimieren. Wie an vielen Ausflugsstationen zu entdecken, hatte auch Tittmann alle Vorkehrungen für die Gäste getroffen. Hinweisschilder, Kontaktlisten und weit auseinander gerückte Sitzgruppen ließen auf die Einhaltung der verordneten Auflagen schließen.

Während die Gäste mehr oder weniger unbeschwert feiern durften, hatten viele Wirte aus eben diesem Grund aber alle Hände voll zu tun. So zog Steffen Marquardt in Zottelstedt beispielsweise wegen der Auflagen mit Bierwagen und Bratwurststand auf den Dorfplatz vor den Seierturm.

Begonnen hatte der Tag vielerorts mit Gottesdiensten und Andachten im Grünen. So unter anderem in Goldbach vor der Kirche oder im Kurpark von Bad Sulza. Auf dem Sperlingsberg in Kapellendorf stimmte dazu Pfarrer Aaron Rogge bei einem Gottesdienst mit einem persönlichen Resümee der letzten Wochen und der Frage „Was bleibt von dieser Zeit?“ in den Tag ein. Für ihn blieben dabei vor allem die vielen gemeinsamen Stunden mit der Familie in den eigenen vier Wänden hängen. Aber auch die räumliche Trennung von Freunden und Bekannten lassen den Geistlichen auf eine anstrengende, aber auch intensive Zeit zurück blicken.