Corona-Hilfen aus dem Elfenbeinturm

Martin Kappel über Unternehmer, die noch immer in der Luft hängen

Martin Kappel

Martin Kappel

Foto: MGT

Wenn die Politik mir gerade mit einer Sache konstant negativ auffällt, dann damit, dass sie stets bemüht ist, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Da werden Schulen und Kindergärten wieder geöffnet, obwohl die Inzidenzwerte eigentlich genau wieder auf dem Niveau angekommen sind, welches herrschte, als der lockere Lockdown eingeführt wurde. Wenn das mal kein böses Ende nimmt...

Aber gleiches gilt ja auch bei den Corona-Hilfen. Anstatt die Wirtschaft am Laufen zu halten, Geld ins System zu pumpen, damit sich dieses selbst am Leben erhält, werden die bürokratischen Anforderungen lieber immer weiter in die Höhe geschraubt. Damit soll Betrug abgewendet werden, es schreckt aber zunehmend die Unternehmer selbst ab.

Es wäre auch zu einfach gewesen, die eigenen politischen Versprechen umzusetzen und unkompliziert wirklich jedem, der Hilfen beantragt, diese zeitnah auszuzahlen. Für die Prüfung wäre auch nach der Krise noch genug Zeit. Bei der Steuererklärung scheint das Konzept ja auch irgendwie zu klappen. Ob der volkswirtschaftliche Schaden durch Betrüger wirklich größer gewesen wäre, als er es jetzt ist durch die vielfach bereits geschehenen und die noch drohenden Unternehmensaufgaben?