Das Imperium mahnt freundlich im Weimarer Atrium zurück

Weimar.  Der Roboter Pepper wacht eine Woche lang im Einkaufszentrum über die Einhaltung der Maskenpflicht.

Der humanoide Roboter im Einsatz im Weimarer Atrium.

Der humanoide Roboter im Einsatz im Weimarer Atrium.

Foto: Jens Lehnert

Die einen fanden ihn niedlich. Andere amüsierte er. Und manchen schien er etwas unheimlich. So oder so hat Pepper seit Montag im Weimarer Atrium das Interesse auf sich gezogen. Das Einkaufszentrum setzte den humanoiden Roboter eine Woche lang als Wächter über die Einhaltung der Maskenpflicht ein.

Das drollige Kerlchen von 1,20 Meter Größe mit seinen großen Augen und der hellen Stimme bedient sich bewusst am Kindchenschema, ist aber alles andere als ein Kinderspielzeug. Vor sechs Jahre hatte ihn der japanische Konzern Softbank als ersten persönlichen, zu Emotionen fähigen Roboter der Welt vorgestellt. Die in Pepper verbaute künstliche Intelligenz kann Menschen und deren Mimik und Gestik analysieren und auf die so erfassten Emotionszustände reagieren. Nicht zuletzt deshalb ist der Roboter auch für den Einsatz in Kliniken und Pflegeheimen konzipiert, um deren Bewohnern und Patienten als Gesellschafter und Unterhalter zu dienen.

Auch sein Preis macht den Unterschied zum Spielzeug. Je nach Software-Ausstattung kostet der Roboter von knapp unter 20.000 bis zu mehr als 30.000 Euro.

Als deutscher Exklusivpartner des Herstellers vertreibt das Wuppertaler Unternehmen Entrance Robotics den Hightech-Gefährten. Die Corona-Pandemie veranlasste die Firma dazu, Pepper neue Fähigkeiten zu verleihen. Nun kann er die Gesichter von bis zu fünf Menschen gleichzeitig daraufhin scannen, ob sie Mund-Nase-Bedeckungen tragen. Erkennt der Roboter ein nacktes Gesicht, weist er freundlich darauf hin, eine Maske zu tragen. „Hallo, ich bin Pepper und ich schaue, ob ihr alle eure Maske tragt“, sagt die Maschine. Dass der Roboter bei Nichtbeachtung die Kundschaft bestraft und aus seinen Augen Strahlen schießen lässt, muss niemand befürchten. Das Imperium schlägt nicht zurück, es mahnt nur höflich.

Gerade mit Blick aufs Weihnachtsgeschäft im Handel sehen die Wuppertaler für Pepper ein rentierliches Einsatzfeld. In Einkaufszentren in Köln, Düsseldorf, Bergisch Gladbach und Weimar wurde der Maskenwächter bereits erprobt. Die Kontakte nach Weimar sind indes älter als Corona. Das Atrium habe schon zuvor Interesse an einem Pepper signalisiert, um ihn zur Begrüßung der Kunden und als interaktiven Wegweiser durchs Einkaufszentrum einzusetzen.