Druckluftflaschen aus Apolda zur Covid-19-Behandlung

Apolda.  Eurocylinder Systems (ECS) aus Apolda produziert Sauerstoffflaschen, die in Kliniken zur Beatmung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden.

Für die Herstellung der stählernen Flaschen ist zudem umfangreiches Prüf-Know-how wichtig. Die Stahlflaschen müssen einen Gasdruck von 300 bar aushalten.

Für die Herstellung der stählernen Flaschen ist zudem umfangreiches Prüf-Know-how wichtig. Die Stahlflaschen müssen einen Gasdruck von 300 bar aushalten.

Foto: Eurocylinder Systems (ECS) AG

Während viele Unternehmen aus mittelbaren Gründen wegen der Corona-Krise mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen haben, verzeichnet die Eurocylinder Systems (ECS) AG mit ihrem Stammsitz in Apolda positive Auswirkungen. Gerade eine Sparte erlebt laut Firmenauskunft aktuell eine besonders hohe Nachfrage – und die hängt mit der Behandlung von Covid-19-Patienten zusammen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt seit mehr als 60 Jahren am Standort Apolda in Thüringen Hochdruckstahlflaschen und -behälter, die der Speicherung und dem Transport von verdichteten, verflüssigten und unter Druck gelösten Gasen dienen. Hergestellt werden dabei auch Sauerstoffflaschen, die gefüllt in den Kliniken zur Beatmung von Patienten eingesetzt werden. Da die besonders schweren Verläufe von Covid-19 zu einer Beatmungspflicht des Erkrankten führen, sind die Druckluftflaschen made in Apolda besonders gefragt.

Sauerstoffflaschen aus Apolda zur Behandlung von Covid-19-Patienten

Michael Bosse, Vorstand von ECS, erklärt: „Unsere Produkte finden in vielen Bereichen Anwendung, aber derzeit sind unsere Stahlflaschen besonders für den Medizinbereich gefragt. Unser Unternehmen produziert Sauerstoffflaschen, die in Krankenhäusern derzeit dringend benötigt werden.“ Weltweit müssen immer mehr Patienten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, mit Sauerstoff versorgt werden. Und dieser Sauerstoff wird in Gasflaschen unter hohem Druck bereitgestellt.

Die Kunden von ECS seien zunächst vor allem große Gasproduzenten, die wiederum die Kliniken und Krankenhäuser mit den Sauerstoffflaschen beliefern. Der Betrieb produziert die Hochdruckstahlflaschen an fünf Tagen die Woche im Dreischichtbetrieb. Das Unternehmen aus Thüringen fertige damit wichtige Produkte für das Gesundheitswesen und zähle zu den wenigen Herstellern von Hochdruckstahlflaschen in Deutschland.

ECS-Vorstand Michael Bosse erklärt, dass man unter Hochdruck daran arbeite, die Produktionszahlen zu steigern: „Die Herstellung von Gasflaschen ist ein komplexer Prozess, der sich auf qualifizierte Arbeitskräfte, eine globale Lieferkette und strenge Qualitätsanforderungen zur Gewährleistung der Patientensicherheit stützt.“ ECS, welches ein Unternehmen der Serafin-Gruppe ist, fährt zusätzliche Produktionsschichten und neue Schichtmuster in der Produktion, um die anwachsende Nachfrage zu befriedigen. Die Jahreskapazität betrage mehr als 500.000 Zylinder.