Ein Dorf kommt ins Gespräch

Kapellendorf.  Landesfinanziertes Projekt Dorfgespräche erfreut sich in Kapellendorf großer Resonanz. Nächstes Treffen am 20. November

Beim ersten Termin zu den Dorfgesprächen lernten sich viele Einwohner überhaupt erstmal kennen und diskutierten gemeinsam in Gruppen oder zu einzeln Problem, Ideen und Gedanken.

Beim ersten Termin zu den Dorfgesprächen lernten sich viele Einwohner überhaupt erstmal kennen und diskutierten gemeinsam in Gruppen oder zu einzeln Problem, Ideen und Gedanken.

Foto: Johanna Hoppe

„Früher kannte ich jedes Haus und jeden Einwohner persönlich. Heute ist das leider nicht mehr so“, erklärt Birgit Pißler. Die Kapellendorferin ist eine von zahlreichen Enthusiasten, die sich in dem aktuellen Projekt „Dorfgespräche“ engagiert. Anfang September fand die erste von drei Veranstaltungen dazu statt, zu dem die Kapellendorfer ihr Dorf und sich selbst zum Thema machten. Mit über 70 Gästen stieß das Treffen auf große Resonanz.

Drei Termine wurden für das Projekt anberaumt, zu denen die Einwohner in gemütlicher Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen, Probleme ansprechen und Vorschläge für Verbesserungen machen können. Initiiert wurde das Ganze von dem Jenaer Verein Diskurs, dessen Mitarbeiter die Gesprächsrunden moderieren, begleiten und am Ende auswerten.

Bereits beim ersten Treffen im Innenhof der Wasserburg stellte sich in den einzelnen Gesprächskreisen und Interviews heraus, dass man sich erst einmal kennenlernen musste. Vor allem die Alteingesessenen Dorfbewohner und jene Zugezogenen, oft junge Familien, die im Berufsleben außerhalb des Dorfes tätig sind, haben fast keinerlei Kontakt. Dass liegt nach Meinung von Birgit Pißler vor allem an den fehlenden gemeinsamen Treffpunkten. Wo früher die Dorfkneipe, der Konsum oder der Bäcker Menschen zusammenbrachte, gibt es heute solche Schnittpunkte immer seltener.

„Kapellendorf ist ein lebens- und liebenswerter Ort. Wir haben hier nicht nur Natur, Kultur, Wander- und Radwege, sondern finden mit einem Kindergarten, einer Arztpraxis und der Nähe zu Weimar und Jena alles, was man zum Leben benötigt“, sagt Barbara Dittmann. Die junge Mutter und ihr Mann Martin hatten sich vor einigen Jahren ganz bewusst diesen Ort als Lebensmittelpunkt auserkoren und die Niedermühle am Ortseingang übernommen.

Nach dem zweiten Treffen in der vergangenen Woche, dass wegen der Hygieneauflagen weniger Menschen zuließ, als sich angemeldet hatten, steht nun eine letzte Veranstaltung auf dem Plan. So will sich die Dorf-Gemeinschaft ein weiteres Mal am 20. November im Saal des Kabaretts Fettnäppchen treffen, um die Gespräche, Vorschläge und Ideen auszuwerten und zu vertiefen. Am Ende könnten daraus dann ganz reale Projekte entstehen, die die Dorfgemeinschaft wieder näher zusammenbringt.