Einkaufen in Apolda als Erlebnis inszeniert

Apolda  Erstmals Aktion „Heimat-Shoppen“ in Apolda. Viele Händler wünschen sich Wiederholung im nächsten Jahr.

Bei Kaffee und Kuchen wurde auf dem Markt die neuste Mode gezeigt.

Bei Kaffee und Kuchen wurde auf dem Markt die neuste Mode gezeigt.

Foto: Sascha Margon

Einzelhändler, Stadtverwaltung und IHK hatten am Freitag und Samstag erstmals in Apolda zur Aktion „Heimat­-Shoppen“ aufgerufen. Damit wollen die drei Partner für eine lebendige Innenstadt werben. Einkaufen wieder zum Erlebnis werden lassen; weg vom anonymen Internethandel, der immer mehr Händler und Geschäfte aus dem Stadtbildern verdrängt, war das Ziel.

Ob die Aktion Erfolg verspricht? Jacqueline Galiffe-Seefeldt von SL-Moden zeigte sich am Samstagnachmittag positiv: „Die Leute kamen mit viel Interesse und haben auch für Umsatz gesorgt oder eine Bestellung in Auftrag geben.“ Ähnlich wie in anderen Geschäften, wurde auch in der Boutique in der Goerdlerstraße an den beiden Tagen mit Rabatten geworben. Für Galiffe-Seefeldt war es aber auch wichtig, mit Kunden ins Gespräch zu kommen. Viele zeigten sich überrascht und kannten das Geschäft bisher nicht, das seit Sommer 2017 nicht nur eine eigene Modekollektion, sondern auch Änderungen, Reparaturen und Maßanfertigungen anbietet.

Direkt vor der Boutique bot Florim Zogaj seine neueste Kreation in Sachen Essen an: Einen Bratwurstburger. Elektrofachmann Florian Graf sorgte unterdessen mit seinem rollenden Musikmobil für die passende Stimmung. Ähnlich positiv zeigte sich Guido von Poellnitz: „Es sind deutlich mehr Menschen unterwegs als sonst. Dabei ist das erste Mal immer am schwersten. So ein Event muss sich ja erstmal rumsprechen.“ Nicht nur der Buchhändler wünscht sich deshalb eine Wiederholung im kommenden Jahr.

Mit in dieses Horn stößt auch Geschäftsfrau Gerlinde Burkhardt, die mit ihren Läden „Nadelöhr“ und „Brautmoden“ gleich zwei Geschäfte in Apolda betreibt und im Dezember ihr 20-jähriges Jubiläum als Einzelhändlerin feiert. In ihrem Laden an der Ritterstraße hatte sie an den beiden Aktionstagen eigens eine Bastelwerkstatt für Kinder eingerichtet. Einige Kunden zeigten sich sogar recht solidarisch für die Aktion. So verzichtete etwa eine junge Frau beim Kauf ihres Brautkleides auf den Sonderrabatt an diesem Tag, um so die örtlichen Händler mit zu unterstützen.

Auf dem Markt sorgte der Verein „Apolda blüht auf“ mit einem Blümchencafé für einen guten Grund, eine kurze Verweilpause bei der Shopping-Tour einzulegen und bei Kaffee und Kuchen die Modenschauen der Anrainerläden zu genießen.

Gut besucht waren ebenfalls die zahlreichen Stadtführungen, auf denen die Gäste Apoldas Historie mal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben durften, wie Stadtführer Frank Müller erklärt, nämlich aus Sicht der Läden und Geschäfte. Dabei kam nicht nur zur Sprache, wie aus dem ehemaligen Strumpfladen am Brückenborn eine Drogerie und später ein Buchladen wurde. Zudem wusste Müller zu berichten, dass einst sogar die Jenaer gerne nach Apolda zum Einkaufen kamen. Auf dem Landmarkt auf dem Schulplatz war man dagegen weniger euphorisch. Zwar kamen zahlreiche Apoldaer, um sich beim Jenaer Pomologen und sogenannten „Apfelpapst“ Werner Schuricht über die Sorte des eigenen Kernobstes in Kenntnis zu setzten zu lassen, dennoch war der Kundenstrom an beiden Tagen übersichtlich. Wer den Weg dennoch auf sich nahm, konnte von Apoldaer Apfelsaft-Bier kosten, sich mit Honig aus der Imkerei von Max Reschke eindecken oder am Stand des Pfiffelbacher Landhandels fündig werden. Jungbauer Johannes Köhler aus Kleinromstedt stand zudem Rede und Antwort über nachhaltige Landwirtschaft und die Angebote seines noch jungen Obstwiesenhofes vor den Toren der Stadt.

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