Eltern im Nordkreis des Weimarer Landes zahlen normal weiter Kindergarten-Beiträge

Berlstedt  Landgemeinde und freie Träger warten Festlegungen des Landes ab. Die Auslastung in den zehn Einrichtungen liegt zurzeit bei knapp 60 Prozent.

Der Kindergarten in Heichelheim. (Archivfoto)

Der Kindergarten in Heichelheim. (Archivfoto)

Foto: Jens Lehnert

Die Eltern der Kindergarten-Knirpse im Nordkreis des Weimarer Landes zahlen vorerst weiter die Kita-Beiträge im normalen Umfang. Darauf verständigte sich der Bürgermeister der Landgemeinde Am Ettersberg, Thomas Heß (CDU), am Montag in einer Telefonkonferenz mit Vertretern der beiden freien Träger (Diakonie und Trägerwerk Soziale Dienste).

Im ersten Lockdown im Frühjahr war die Landgemeinde noch Vorreiter und hatte als erste Kommune im Weimarer Land die Beitragszahlungen ausgesetzt. Auch die Erfahrungen aus diesem Schritt sind ein Grund für die aktuelle Vorgehensweise: „Der Freistaat hat einen anderen Berechnungsschlüssel als wir, und so bekamen wir 11.000 Euro weniger zurück, als wir veranschlagt hatten“, so Heß.

Wichtig sei auch die Liquidität der freien Träger, die ihre Fixkosten für den Betrieb der Einrichtungen unabhängig von der Zahl der betreuten Kinder zahlen müssten. Die Landgemeinde werde deshalb erst reagieren, wenn der Landtag ein entsprechendes Gesetz verabschiede, in dem der Freistaat Zeiträume und Erstattungs-Umfänge genau festlege. „Es geht auch um den Schutz der Eltern“, so Heß. „Wenn sie für mehrere Monate nachzahlen müssen, weil aus irgendeinem Grund keine Erstattung vom Land kommt, wäre das der schlimmste Fall.“

Der Begriff „Notbetreuung“ wird zudem aktuell anders definiert als im Frühjahr: „Damals hatten wir tatsächlich nur Mini-Gruppen“, so Heß. „Aktuell ist der Korridor der Berechtigten vom Land so weit ausgelegt, dass man von einer Notbetreuung kaum noch reden kann.“ Die Auslastung der zehn Kindergärten im Nordkreis liege aktuell bei knapp unter 60 Prozent des Normalbetriebes.