Freibad Oßmannstedt zwei Jahre geschlossen

Ilmtal-Weinstraße.  Die endgültige Entscheidung im Hauptausschuss ist gefallen: Das Freibad in Oßmannstedt bleibt in diesem und im nächsten Jahr für den Badebetrieb geschlossen.

Das Schwimmen im Freibad Oßmannstedt soll erst ab der Saison 2022 wieder möglich sein.

Das Schwimmen im Freibad Oßmannstedt soll erst ab der Saison 2022 wieder möglich sein.

Foto: Sascha Margon

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Am Montagabend fiel die endgültige Entscheidung im Hauptausschuss: Das Freibad in Oßmannstedt bleibt in diesem und im nächsten Jahr für den Badebetrieb geschlossen. Bereits Anfang Mai hatten sich dazu die Mitglieder des Bauausschusses verständigt und zu diesem Schritt bekannt. Einstimmig dafür ausgesprochen, haben sich somit nicht nur die Gemeinderäte in den beiden Gremien, sondern auch die Ortschaftsbürgermeister, die keinen Sitz im Gemeinderat inne haben, aber als beratende Mitglieder die Sitzungen begleiten.

Ein Grund für diese Entscheidung, liefert, wie so oft in diesen Tagen, die Corona-Krise und ihre Auflagen bzw. Verordnungen. Diese sind nicht nur für eine erhebliche Verkürzung der Saison verantwortlich, sondern gleichzeitig auch für deutliche Mindereinnahmen. Denn laut Auskunft der Verwaltung der Landgemeinde liegen die üblichen Kosten vor Saisonstart stets im fünfstelligen Bereich, dazu zählen neben den Wasser- und Betriebskosten auch jene, um das Bad nach dem Winter wieder flott zu machen. Dem gegenüber stehen allerdings die geringeren Einnahmen wegen der durch Corona verpatzten Saison. Zudem bräuchte man für eine Wiedereröffnung gut und gerne fünf bis sechs Wochen Vorlaufzeit, erklärt Hauptamtsleiter Ronny Funk. Badegäste würden so erst ab Ende Juni kommen können. Die Hälfte der Badesaison wäre da bereits passé. Darüber hinaus dürften die Gäste auch nur in beschränkter Anzahl ins Bad, was wiederum die Einnahmen um einen deutlichen Betrag schmälern würde. Dem allen noch nicht genug, rechnet die Verwaltung darüber hinaus mit erheblichen Zusatzkosten beim Personal. Denn um die Einhaltung der Auflagen am Eingang und auf dem gesamten Gelände des Freibades sicher zu stellen, würden ein Schwimmmeister und eine Kassiererin schlichtweg nicht ausreichen.

Ungeachtet dieser Nachricht laufen die Vorbereitungen für die Sanierung des Freibades auch in diesen Tagen auf vollen Touren. So wurde vor 14 Tagen im großen Becken zum Beispiel das Wasser abgelassen, damit sich die Planer trockenen Fußes ein Bild des künftigen Bauplatzes machen und entsprechende Vermessungsarbeiten durchführen können. Gleichzeitig wird mit diesen Arbeiten auch der entsprechende Bauantrag vorbereitet. Bereits abgegeben, sind die entsprechenden Förderanträge für das 3,7 Millionen Euro teure Vorhaben. Laufen die Dinge im normalen Rahmen, rechnet die Verwaltung in den nächsten Wochen mit einem Bescheid vom Amt für Flurneuordnung und der Städtebauförderung.

Sollten diese positiv beschieden werden, plädieren Gemeinderäte und Verwaltung dem Vernehmen nach für eine Zusammenlegung der beiden geplanten Bauabschnitte. Damit wären die ursprünglichen Pläne, das Freibad in einer Sanierungspause über den Sommer 2021 zu öffnen, über den Haufen geworfen. Gleichzeitig würde man damit aber ein geordneteren Bauablauf über die Bühne bekommen, heißt es. Somit müsste nach dem ersten Bauabschnitt, der sich der Erneuerung des Beckens und der gesamten technischen Anlage widmet, keine zusätzlichen Maßnahmen getroffen und Aufträge vergeben werden, um den Badebetrieb wieder sicher zu stellen. Dementsprechend würden die beide Bauabschnitte auch zeitgleich ausgeschrieben werden.

Obgleich der bitteren Pille, die wegen der Schließung über zwei Jahre, nun wohl geschluckt werden muss, stünde nach einer Komplettsanierung auch ein modernes Freibad für die kommenden Generationen dem Badespaß zur Verfügung.

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