Gault & Millau ehrt Eckolstädter Restaurant „Venerius“ erneut

Eckolstädt  Mit Saint-Pierre im Gemüsesud und Kaffeetarte: Profitester mundete es, so dass wiederholt 14 Punkte vergeben wurden

Junge Köche auf der Erfolgsspur: Über die erneute Auszeichnung von Gault & Millau freuen sich „Venerius“-Chef Felix Thomas (rechts) und sein Souchef Richard Rehhausen, die gerade einen Rehrücken vorbereiten.

Junge Köche auf der Erfolgsspur: Über die erneute Auszeichnung von Gault & Millau freuen sich „Venerius“-Chef Felix Thomas (rechts) und sein Souchef Richard Rehhausen, die gerade einen Rehrücken vorbereiten.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Felix Thomas entwickelt sich augenscheinlich und mit routinierter Kontinuität zum „Kochmützen-Sammler“. Der junge Chef des Eckolstädter Restaurants „Venerius“ und sein zehnköpfiges Team nämlich erhielten nach tollen 14 Punkten (von maximal und theoretisch möglichen 20) 2018 nun ebenso fürs laufende Jahr diese super Wertung durch Gault & Millau.

Im gleichnamigen Restaurantguide, der einer Gourmet-Bibel gleicht, wird das Restaurant damit also auch im kommenden Jahr drin stehen. – Dieses neben solchen Thüringer Spitzenhäusern wie „Scala“ in Jena, „Weinbar Weimar“, „Clara“ – im Kaisersaal Erfurt, „Weinrestaurant Turmschänke“ Eisenach oder auch „Il Cortile“ in Erfurt.

Höchste Ehre also für den ehrgeizigen Eckolstädter, der seit Jahren auf Regionalität sowie höchste Qualität setzt, in diesem Jahr beim Genuss-Gipfel in Erfurt Erfolge einheimste und im heimischen Restaurant nicht zuletzt immer wieder seine Gäste überzeugt.

Dass der Chefkoch sich riesig über den erneuten Erfolg freut, daraus machte Thomas gestern keinen Hehl. – Und dass der inkognito auftretende Tester Ende Februar/Anfang März 2019 aufgetaucht sein muss, machen er und sein neuer Souschef Richard Rehhausen anhand der Speisekarte jener Tage aus.

Reüssiert haben muss man danach also mit Barbarie-Ente auf Kartoffelcreme in einer Rotkohl-Essenz schwimmend, garniert von Frisée und Rucola. Das meinte bloß die Vorspeise. Als Hauptgang gab es seinerzeit Saint-Pierre in Gemüsesud mit Gnocchi. Zum Dessert wurde Kaffeetarte mit Granité vom Likör Galliano Vanilla plus Edelschokolade gereicht. Dem kritischen Testergaumen muss all das sehr behagt haben, was das Ergebnis letztlich widerspiegelt.

Der Stellenwert der Eckolstädter wird im Ranking deutlich: Nur fünf Restaurants in Thüringen bekamen nämlich 14 Punkte, eines 16, eben das Scala, vier Häuser erkochten sich 15 Punkte. Fünf erhielten 13.

Felix Thomas kann sich jedenfalls erneut eine fein beurkundete „Mütze“ an die Wand im Restaurant hängen. – Neben die Ehrungen aus Vorjahren. 2015 erhielt das Haus erstmals die Kochmütze. Weitere dürften in der Zukunft hinzu kommen.

Gefragt nach den Vorzügen seines Hause verwies der Chef auf die von den Gästen regelmäßig gelobte ungezwungene Atmosphäre, die nicht überladene, dafür feine und monatlich wechselnde Speisekarte und den Service, der besonders von Restaurantleiterin Doreen Georgi verantwortet wird.

Wird etwas Neues auf die Speisekarte gesetzt, kann es passieren, dass im Team eine Verkostungsrunde vorgenommen wird, die Feinabstimmung der Gerichte kollektiv erfolgt. Der Chef will die Auszeichnung jedenfalls als ein fürs gesamte Team verstanden wissen.

Und was ist ein Mann der gehobenen Küche privat am liebsten? – Rührei mit Kartoffeln und Gurkensalat, „wie ihn meine Großmutter machte“, meinte Felix Thomas schmunzelnd. Dass er damit auch bei der jüngeren Generation ankommt, beweist sein Tochter. Hat die in der Schule diesen Salat mit, wird sie von probierwilligen Klassenkameraden umringt. Kein Wunder also, dass Felix Thomas in der unter seiner Leitung laufenden Koch-Arbeitsgemeinschaft in der evangelischen Grundschule Apolda nun dessen Zubereitung auf den „Lehrplan“ gesetzt hat.

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