Gespräch, Konzert und Gottesdienste zum Mauerfall

Weimar  Pavel Schnabels „Brüder und Schwestern“ in der Stadtbücherei. Musik und Gedenken in Weimarer Kirchen

Unter dem Titel „Weißt Du noch? … Vor 30 Jahren!“ sind Interessierte dazu eingeladen, sich in Gesprächen an den Wendeherbst 1989 in Weimar und den Tag des Mauerfalls zu erinnern. Dabei sind am Sonntag, 10. November, ab 15 Uhr in der Weimarer Stadtbücherei (Eintritt frei) als Moderatoren Rudolf Keßner und Martin Kranz sowie der Filmemacher Pavel Schnabel.

Gezeigt werden Sequenzen aus seinem Dokumentarfilm „Brüder und Schwestern“, zu dem der Regisseur Pavel Schnabel bei der Kooperationsveranstaltung mit der Kulturdirektion gerne Fragen beantwortet.

Schon im Frühjahr 1988 drehte der Filmemacher Pavel Schnabel in Weimar, freilich nur mit den Bürgerinnen und Bürgern, die von den alles bespitzelnden Behörden sorgfältig ausgewählt wurden, damit sie die DDR würdig und zuverlässig vor der West-Kamera repräsentieren. „Was für ein glücklicher Umstand, dass nach dem Zusammenbruch der DDR gerade diese Protagonisten wieder mitgemacht haben“, heißt es in der Ankündigung. Möglich geworden sei so eine spannende Betrachtung der Wende über Jahre hinweg. Der Film zeigt die alte DDR und die Irritation nach dem rasanten Wandel und vermittelt Alltägliches aus den beiden so verschiedenen Welten.

Auch die evangelische Kirche lädt ein, an den Mauerfall zu erinnern. Am Samstag, 9. November, findet ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche das Gedenkkonzert „30 Jahre friedliche Revolution“ statt. Unter dem Titel „Mass of The Children“ präsentieren Solisten und der Jugendchor der Evangelischen Singschule sowie der Bachchor und Instrumentalisten nicht nur das Werk John Rutters, sondern auch Kompositionen von Stanford, Britten und Mendelssohn Bartholdy.

Am Sonntag, 10. November, stehen die Gottesdienste um 10 Uhr in allen evangelischen Kirchen Weimars unter dem Wende-Motto „Suchet der Stadt Bestes“. Sie sollen „auch auffordern, heute Verantwortung für ein gelingendes Miteinander zu übernehmen und wieder das Beste für die Stadt zu suchen“, sagte Superintendent Henrich Herbst. Es werde dabei auch „dankbar daran erinnert, dass viele Impulse, die zur friedlichen Revolution führten, auch von mutigen Menschen aus der evangelischen Kirche ausgingen“, so Herbst.

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