Grüner Gigant in Apolda im Testlauf

Apolda.  Die Energieversorgung Apolda investiert 2020 erneut ins Blockheizkraftwerk. Das neue wurde jüngst eingebaut.

Neues Blockheizkraftwerk:  Der Fernwärme-Netzmeister Christian Klein (rechts) und sein Kollege, Monteur Thomas Leisner, am neuen BHKW in Apolda.

Neues Blockheizkraftwerk: Der Fernwärme-Netzmeister Christian Klein (rechts) und sein Kollege, Monteur Thomas Leisner, am neuen BHKW in Apolda.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Ohne Öffnung der Seitenwand ging es nicht, zu groß und zudem mehrere Tonnen schwer ist das zweite Modul des neuen Blockheizkraftwerkes (BHKW) aus Österreich, das die Energieversorgung Apolda jetzt in der Frankestraße einbauen ließ.

Nun steht es an Ort und Stelle, läuft der Probebetrieb, sind noch diverse Einstellungen vorzunehmen.

Bereits im Vorjahr war dort ein identisches BHKW-Modul installiert worden – als Ersatz für die alte Anlage. Bis zum Beginn der Heizperiode wird zunächst immer nur eines der beiden Module arbeiten, voraussichtlich ab Oktober dann beide.

Investiert werden in beide neue BHKW insgesamt rund 1,4 Millionen Euro, so Geschäftsführerin Sandra Proft. Unter anderem profitiere man über einen längeren Zeitraum von einer Bundesförderung auf Grundlage des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes.

Über einen gasbetriebenen 16-Zylinder-Motor wird ein Generator angetrieben, über den Strom produziert wird. Die anfallende Wärme (Generator-, Motor-, Abgaswärme) wird via Fernwärme zur Beheizung zahlreicher Wohnblocks in Apolda Nord sowie für die Bereitstellung von Warmwasser genutzt. Der Wärmebedarf liege trotz Sommerwetter in der Regel trotzdem bei etwa ein Megawatt täglich, heißt es. Unter anderem weil angeschlossene Pflegeheime einen kontinuierlichen Bedarf etwa bei Warmwasser haben. Kurzum: Eine der beiden Maschinen läuft immer – und zwar 24 Stunden durch.

Die elektrische Leistung je BHKW-Modul beträgt rund 1400 PS und der Motor mit seinen 49 Liter Hubraum schaltet ab 500 Kilowatt Leistung den Turbo zu, schwärmt Fernwärme-Netzmeister Christian Klein von der Technik. Der Gesamtwirkungsgrad des BHKW liege bei um die 90 Prozent. Diese sind über etwa 14 Kilometer Fernwärmerohre angebunden. Insgesamt werden neun öffentliche Einrichtungen und etwa 2500 Wohnungen durch das BHKW versorgt. Die Warm-Inbetriebnahme des neuen BHKW-Moduls ist für Anfang Oktober geplant.