Guten Morgen, Apolda: Bitte fair und sachlich

Martin Kappel über die Spaltung der Corona-Gesellschaft

Martin Kappel |

Martin Kappel |

Foto: Sascha Margon

Jeder von uns hat seine eigene Meinung zum Thema Corona und den daraus resultierenden Maßnahmen. Das ist im Grunde so normal wie es auch richtig ist in einer Demokratie. Problematisch wird es, wenn die Besitzer dieser Meinung ihre eigenen Ansichten verabsolutieren und das teilweise völlig ohne empirische Grundlage.

Die sprachliche Brutalität mit der Gespräche über das C-Thema geführt werden hat mich persönlich dazu veranlasst, mit privaten Kontakten das Thema in Gesprächen auf ein Minimum zu reduzieren. Grob zu wissen, wo jemand steht, reicht mir völlig aus, ändere doch weder ich noch ändert er oder sie etwas als Einzelner. Ja, wir müssen auch alle Gegenmeinungen ertragen können, sonst funktioniert das mit der pluralen Gesellschaft nicht.

Und es sind weiß Gott nicht nur die so genannten Coronaleugner, zu denen fälschlicherweise auch die legitimen Kritiker gezählt werden, sondern auch die Befürworter, die nicht immer ausreichend Argumente in alle Richtungen abwiegen.

Die Einschränkungen sind kein Selbstzweck und prinzipiell immer diskussionswürdig – wie zahlreiche Gerichtsentscheide belegen. Doch ist der Infektionsschutz auch keine „Ermächtigungsgrundlage“. Die ständigen Nazi-Vergleiche von Rechts und Links haben unserer Debattenkultur in den letzten Jahren wahrlich nicht gut getan.