In Bad Sulza läuten die Hochzeitsglocken

Bad Sulza  Feuerwehr, Bauhof und Verwaltung: Mit dem Beitritt der Saaleplatte müssen in Bad Sulza zahlreiche Strukturen angepasst werden. Eine Menge Arbeit steht bevor.

Das Rathaus im Zentrum der Ortschaft Bad Sulza.

Das Rathaus im Zentrum der Ortschaft Bad Sulza.

Foto: Martin Kappel

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Noch immer gibt es keine Anzeichen, dass die geplante Hochzeit zwischen der Landgemeinde Stadt Bad Sulza und der Saaleplatte zum 1. Januar 2020 platzen könnte. Im Hintergrund nehmen die Vorbereitungen einer Strukturreform der Landgemeinde mit bisher acht Ortschaften, welche um nicht weniger als neun neue erweitert wird, daher zunehmend Fahrt auf – und die Zeit läuft, es ist kein halbes Jahr mehr bis dahin.

Besonders in den Bereichen von Feuerwehr, Verwaltung und Bauhof ist hier zum Jahreswechsel oder zumindest mittelfristig mit größeren Änderungen zu rechnen. Ein Teil dieses Umbaus ist bereits innerhalb der Landgemeinde vollzogen worden. So wurde der Bauhof bereits dezentral um die sogenannten Ortschaftshelfer verstärkt. Auch wurde das Konzept bereits erstmalig in großer Runde der Beteiligten evaluiert mit dem Ergebnis, dass die Zahl der in diesem Jahr eingestellten geringfügig Beschäftigten von sieben auf neun anwachsen soll.

In der Saaleplatte gibt es ein ähnliches Konzept mit aktuell 15 Gemeindehelfern auf geringfügig beschäftigter Basis. Nach der Hochzeit sollen in jeder der künftigen Ortschaften nach jetzigem Planungsstand nur noch ein Helfer vor Ort sein. Dafür könnte das Konzept mit dezentraler Unterstützung für den Bauhof aber noch um so genannte Bauhof-Punkte ergänzt werden. Was das für die Landgemeinde bedeuten könnte, erklärt Dirk Schütze, deren Bürgermeister so: „Ein solcher Punkt könnte etwa für die Ortschaften Gebstedt/Neustedt und Ködderitzsch bedeuten, dass diese Region einen Standort bekommt, an dem eine Werkstatt – zum Beispiel mit Multicar, Rasenmäher oder Trimmer und Werkzeug – entsteht.“ Auch sei der Einsatz von digitaler Technik mit eigenem Tablet möglich. Die Ortschaftshelfer könnten der weiterhin bestehenden Bauhof-Zentrale in Bad Sulza im Verwaltungssystem ein Feedback geben, welche Aufgaben erfüllt worden sind und für welche Aufgaben welches Material nachgeliefert werden müsse. Die zentrale Erfassung könnte dann logistisch dazu dienen, notwendige Fahrten zusammenzufassen und zu minimieren.

Auch bei der Feuerwehr soll die Digitalisierung Einzug halten. So nutze die Saaleplatte bereits erfolgreich ein Programm für die Verwaltung verschiedener Vorgänge, die Erfassung von Einsätzen und eine Übersicht, wann und wo Revisionsarbeiten durchgeführt werden müssten.

In Bad Sulza laufe derzeit alles noch mit Karteikarten. Zwar ist auch hier ein Computerprogramm bestellt worden, aber es müssten – egal ob analog oder digital vorhanden – so oder so die Datensätze von Saaleplatte und Landgemeinde harmonisiert werden. Dafür soll ab dem 1. Januar eine geeignete Person hauptamtlich eingestellt werden. Zu deren Aufgabe würde auch das Management der vorhandenen Technik gehören.

Doch auch die Verwaltung selbst könne optimiert werden und befinde sich derzeit auf dem Prüfstand: Organisation, Entscheidungswege und Informationskanäle müssten im Zuge der steigenden Anforderungen evaluiert werden. Hier seien Simone Polster vom Hauptamt, Jörg Hammer als Koordinator für Kurort- und Ortschaftsentwicklung und Dirk Schütze in gemeinsamen Gesprächen über eine neue Verwaltungsstruktur. Einen Strukturwandel gebe es im Rathaus ohnehin bereits durch die Demografie. So stünden im Hauptamt und der Kämmerei Abgänge wegen Verrentungen an, die zweifelsohne Lücken hinterlassen werden. Laut Bürgermeister Dirk Schütze ist eine Verschlankung der Ämterzahl denkbar. Sachgebiete dürften jedoch nicht hinten runterfallen, sie würden möglichen künftigen Ämtern dann nachgeordnet. Ungeachtet dieser Überlegungen soll auch in der Verwaltung stärker das Thema Digitalisierung eine Rolle spielen.

Mut zur Veränderung ist auch an anderer Stelle – bei den politischen Gremien der Landgemeinde – möglich. Hier will Dirk Schütze (SPD) für eine Erweiterung des Bauausschusses um den Bereich Vergabe werben, um den Stadtrat bei der Arbeit zu entlasten und den Ausschuss in seiner Kompetenz zu stärken.

„Ich weiß, dass auch andere Fraktionen Vorschläge haben, andere Kompetenzen dem Ausschuss hinzufügen wollen. Diesen stehe ich sehr positiv gegenüber, etwa dem der CDU mit dem Bereich Digitalisierung“, erklärt Dirk Schütze.

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