In Zeiten der Corona-Pandemie vor der eigenen Nase kehren

Martin Kappel kommentiert eine Schattenseite „des Deutschen“, die während der Corona-Pandemie für unnötige soziale Spannungen sorgt.

Martin Kappel kommentiert eine Schattenseite „des Deutschen“, die während der Corona-Pandemie für unnötige soziale Spannungen sorgt.

Martin Kappel kommentiert eine Schattenseite „des Deutschen“, die während der Corona-Pandemie für unnötige soziale Spannungen sorgt.

Foto: Sascha Margon

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Da ist das so genannte Kontaktverbot noch nicht einmal wirksam, und schon erhielten wir am Dienstag das erste heimlich aufgenommene Foto, das vier Personen zeigt, wie sie in einer Gruppe in Apolda stehen und sich unterhalten. In welchem Verhältnis diese Personen zueinander stehen? Das schreibt der Fotograf nicht. Und dann zeigen da im Internet andernorts Leute mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf Bürger, die die freiwillige häusliche, ergo nicht verordnete Quarantäne nach einer Reiserückkehr zum Einkaufen und nur zum einsamen Spaziergang verlassen – wohlgemerkt symptomfrei. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Ja, genau von dieser Eigenschaft ist die Rede. Derjenigen, die sogar am liebsten von Deutschen „dem Deutschen“ selbst zugeschrieben wird. Dieser Wahn, der dazu führt, dass Bürger selbst so gerne Polizei, Richter und Gefängniswärter spielen wollen. Doch im Vergleich zu ihren Vorbildern ist dieser Typus Bürger eher roh und grob und hat eine ausführliche Bestandsaufnahme der Fakten nicht nötig.

Jedes Räuspern – ja, wie zu sehen ist, sogar schon jedes falsche Stehen und jedes falsche Einkaufen macht die vermeintlichen Tugendwächter unfassbar wütend, als wären sie Zeugen einer Coronavirus-Infektion geworden.

Da kann ich nur hoffen, dass diese Menschen genauso peinlich auf ihren eigenen Alltag achten. Dann müsste die Pandemie ja gefühlt übermorgen schon vorbei sein.

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