Guten Morgen, Weimarer Land

Irgendwo daneben

Martin Kappel
Martin Kappel

Martin Kappel

Foto: Sascha Margon

Martin Kappel über einen umstrittenen Verkehrsversuch in Bad Sulza.

Wer die Satireserie „Der reale Irrsinn“ kennt, der weiß, auch in den Verwaltungen arbeiten nur Menschen. Und die können sich irren. Ganz offenbar erweckt der bauliche Zustand des Gehwegs in Bad Sulza den Eindruck, dass hier gepfuscht wurde. Doch liegt diese Einschätzung vielleicht daneben?

Nüchtern betrachtet ergibt die Vorstellung der Verwaltung Sinn. Zehn Zentimeter Gehweg sind zwar geopfert, aber die Sperrfläche daneben bietet dem überschaubaren Fußgängerverkehr künftig deutlich mehr Raum zum Ausweichen.

Natürlich hätte das Rathaus lieber zwei Meter breite Fußwege, denn nur so gibt es Chancen auf eine finanzielle Förderung. Doch gibt es eben Bereiche, da reicht die Fläche nicht und da zahlt die Kommune gar aus eigener Tasche drauf, um etwas für den Bürger zu tun.

Vielleicht sollte die Praktikabilität zunächst im Praxistest bewiesen oder widerlegt werden, ehe auf die Verwaltung geschimpft wird. Und die Option einer nachträglichen Verbreiterung des Gehwegs durch die Nutzung des Rettungswache-Kreisgrundstücks ist ja schließlich auch noch gegeben.