Kapellendorf mit Riesenhaushalt für Zwergenland

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Jürgen Elstermann verdeutlicht im Größenvergleich den kindgerechten neuen Sanitärraum im Dachgeschoss der Kita.

Jürgen Elstermann verdeutlicht im Größenvergleich den kindgerechten neuen Sanitärraum im Dachgeschoss der Kita.

Foto: Foto: Martin Kappel

Kapellendorf.  Gemeinde Kapellendorf beschließt Haushalt für laufendes Jahr. Kita-Sanierung macht mit Abstand größten Posten aus.

Düstere Jahre waren es für die Statistik. Einen Bevölkerungsschwund von 65 Einwohnern hatte Kapellendorf nach 2010 zu verzeichnen. Seit 2016 geht es wieder aufwärts und auch im letzten Jahr hat sich der Trend bestätigt. Bürgermeister Jürgen Elstermann (Unabhängige Wähler) freut sich: waren es am 31. Dezember 2019 noch 414 Einwohner, sind es ein Jahr später 431. Ein leichter Aufwärtstrend sei erkennbar. Nunmehr 41 Kinder hätten im Ort außerdem einen Anspruch auf einen Kita-Platz.

Das alles ist mindestens ein Argument mehr für das Großprojekt Kita-Erweiterung. Natürlich muss dieses aber auch bezahlt werden, was sich im jüngst verabschiedeten Haushalt der VG-Gemeinde niederschlägt. Dieser umfasst rund 662.000 Euro im Verwaltungshaushalt und 528.000 Euro im Vermögenshaushalt. Wichtigste Investition ist besagter Quartiersausbau der „Burggeister“, damit statt 30 bald 50 Betreuungsplätze vorgehalten werden sollen.

Baukosten haben sich fast verdoppelt

Die aktuelle Kostenschätzung von rund 850.000 Euro hat die Ursprungsplanungen mit circa 475.000 Euro deutlich überholt. Steigende Baukosten und nochmals erhöhte Sicherheitsstandards haben die Kosten steigen lassen. Allein die der Fachaufsicht genügende Elektrik schlage mit etwa 100.000 Euro zu Buche. Die Bauarbeiten selbst bewegen sich von Treppenanbau über das sanierte Dachgeschoss im Bestandsbau allmählich gen Erdgeschoss. Bis Juli oder August wird das Vorhaben aber noch dauern. Jürgen Elstermann möchte den Erziehern und Eltern erneut für ihre Geduld danken.

Wegen der Verteuerung der Baumaßnahme am wichtigen Standortfaktor des Ortes hat sich auch der Finanzierungsplan geändert. Die Mehrkosten habe die Gemeinde beim Programm Städtebauförderung angezeigt und beantragt. Die Auszahlung wird jedoch Zeit in Anspruch nehmen. So sollen Teile der bereits für 2019 getroffenen Zusage erst in diesem Jahr überwiesen werden, der andere Teil folgt folgendes Jahr.

Kurzzeitige Neuverschuldung nötig

Jürgen Elstermann ist zwar guter Dinge, dass das Geld irgendwann da ist, den Umweg Neuverschuldung kann er den Bürgern jedoch nicht ersparen. Bei rund 3500 Euro Restschulden waren die Kapellendorfer mit 8,34 Euro pro Kopf verschuldet. Durch den von der Kommunalaufsicht genehmigten Kredit über 275.000 Euro wird die Summe auf 664,25 Euro zum 31. Dezember 2021 ansteigen.

„Sobald die Fördermittel eintreffen, wollen wir den Kredit tilgen“, so der Bürgermeister. Perspektivisch soll es dann mit den Außenanlagen der Kita weitergehen. Für etwa 130.000 Euro sollen diese erweitert und erneuert werden.