Keine Debatten ohne Respekt

Martin Kappel über Bemerkenswertes rund um den Kreistag.

Martin Kappel

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Foto: MGT

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Wenn man als Journalist ein Gastspiel in einem politischen Gremium erlebt, dann ist das trotz aller Vergleichbarkeit zum bisher Erlebten auch immer besonders. Der Blick ist offen und unverstellt und man hört manchen Zwischenton noch besser.

Entsprechend befremdlich wirkte auf mich ein Teil der Haushaltsdebatte des Kreistages im „Decke Pitter“. Die Sitzung war noch recht jung – die Landrätin hatte den Vorbericht verlesen sowie die beiden stärksten Fraktionen ihre Stellungnahmen –, da war die AfD an der Reihe. Die Folge? Unruhe, überall Murmeln im Saal, plötzliches Aufspringen und schlagartig steigendes Interesse am Buffet. In etwa so, als hätte gerade die Glocke auf dem Pausenhof geschlagen.

Dabei war in den Ausführungen tatsächlich der Wille zur Sachpolitik erkennbar. Etwa beim Bekenntnis zur Sanierung des Freibades Oßmannstedt oder beim Hinweis, mehr Geld in die Erhaltung der Infrastruktur zu stecken, weil Neubauten auf lange Sicht teurer seien.

Ob man auch den Teil befürwortet, wo Prabel von den Menschen aus „Arabien“ sprach, die ja auch ihre Heime putzen könnten und Warmwasser verschwendeten, ist eine völlig andere Frage. Aber so lange die AfD mit Respekt einer Debatte folgt, hat sie selbigen auch bei eigenen Beiträgen verdient.

Ich grüße ein bestimmtes AfD-Kreistags- und Stadtratsmitglied ja auch höflich auf der Straße, obwohl er mir im Internet schon mehrfach gedroht hat. Respekt kann man eben nur vorleben.

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